Neue CD: Jens Thomas: Speed of Grace

+

Von Ralf Stiftel ▪ Jens Thomas: Speed Of Grace (Act). So kläglich hat man noch keinen Sänger den „Highway To Hell“ runtermaunzen gehört. Der Pianist Jens Thomas hat sich einen Namen gemacht mit jazzigen Variationen zum Beispiel der Songs von Sting oder der Filmmusic Ennio Morricones.

Nun widmet er sich einer Jugendliebe, dem krachigen Rock 'n' Roll von AC/DC. Spekuliert da ein Jazzer auf eine Charts-Platzierung? Möchte er sich ranschmeißen ans ganz große Publikum? Die Platte widerlegt solche Vorwürfe. Thomas entschleunigt den Hallenrock zu todtraurigen Balladen. Fans der australischen Band werden Songs wie „Live Wire“ und „Touch Too Much“ nicht wieder erkennen, so durchtränkt sind sie mit Melancholie. Auf einigen Titeln spielt Verneri Pohjola atmosphärische Trompeten-Weisen dazu. Thomas singt mit dünner Stimme, was zum Beispiel bei Chet Baker nie ein Problem war. Diese zurückgenomme Deutung aber offenbart vor allem eins: Die Songs von AC/DC inspirieren hier keine Improvisations-Höhenflüge. Ohne den Krach der Stromgitarren klingt das ziemlich dünn.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare