Neue CD: Iiro Rantala: My Working Class Hero

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Iiro Rantala: My Working Class Hero

Iiro Rantala: My Working Class Hero (Act). Iiro Rantala verehrt John Lennon schon seit seiner Schulzeit. Nun widmet der finnische Jazzpianist dem Sänger und Komponisten ein Hommage-Album.

Ein Dutzend Titel vom frühen Beatles-Hit „Help“ bis zu Solo-Klassikern. Dieser ausgebuffte Virtuose, der mit seinem Trio Töykeät durch die Jazzgeschichte wilderte, bis dem Zuhörer schwindelte, nimmt sich hier zurück, stellt seine perfekte Technik in den Dienst der Melodien: Man höre nur, wie er bei „Woman“ das Thema ganz sacht umkreist, innehält, sich in Gedanken zu verlieren scheint. Er kann ja auch ganz anders, beginnt zum Beispiel „Just Like Starting Over“ mit gospeligen Bluesphrasen, von denen er abrupt in Vaudeville-Pathos wechselt. „Help“ lässt er als atonales Hin und Her beginnen, aus dem sich das Thema entwickelt, und später tänzelt er sich in einen Leonard-Bernstein-Gestus. Rantala verbeugt sich zwar vor seinem Helden, aber den Humor verliert er dabei nicht. In „Norwegian Wood“ zitiert er unvermittelt die Peer Gynt Suite, die Musik des norwegischen Nationalkomponisten Grieg zum norwegischen Nationalepos Henrik Ibsens. „All You Need Is Love“ beginnt nicht mit der Marseillaise wie bei den Beatles, sondern mit „God Save The Queen“.

Dann wieder musiziert er fast philosophisch: Wie er bei „Imagine“ das Thema mit Dissonanzen stört und dann wieder harmonisiert, das ist eine grandiose akustische Metapher für die Kluft zwischen einer schlechten Gegenwart und einem utopischen Versprechen von Frieden und Glück. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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