Neue CD: Iiro Rantala: Lost Heroes

Von Ralf Stiftel ▪ Iiro Rantala: Lost Heroes (Act/Edel). Der finnische Pianist Iiro Rantala machte vor allem als Kopf des Trios Töykeät Furore, einer Formation, die sich mit Wahnwitz durch das Jazzrepertoire arbeitete, wobei Rantala praktisch jeden Stil parodierte.

Vielleicht hat der Musiker das als Sackgasse empfunden. Auf seiner aktuellen Solo-CD macht er ernst und widmet seinen Vorbildern Hommagen, vor allem Pianisten wie Erroll Garner, Michel Petrucciani und Esbjörn Svensson, aber auch dem finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius und dem Tenor Luciano Pavarotti. Das ist zunächst eine gewisse Ernüchterung, weil der Musiker seine überbordende Lust an der Karikatur verleugnet. Hier trägt er Pathos auf, versenkt sich in Gefühlen. Wenn man sich dann aber von seinen Erwartungen gelöst hat, beginnt man auch diese Musik zu genießen. Zumal Rantala seine Vielseitigkeit nicht verleugnet: Man höre nur den Stimmwechsel von seinem romantisierenden Sibelius-Stück „Jean und Aino“ zum folgenden „Donna Lee“, das er als Stride-Improvisation im Geiste Art Tatums vorträgt. Und der opulente Salon-Ton seiner Pavarotti-Vignette zeigt, dass auch Verehrung noch Raum lässt für einen kleinen Spaß.

Live kann man Rantala am 25.3. im Kurhaus Hamm, am 26.3. auf der Kolvenburg in Billerbeck erleben.

Quelle: wa.de

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