Neue CD: Eric Bibb: Blues People

+
Eric Bibb: Blues People

Eric Bibb: Blues People (Dixiefrog/Harmonia Mundi). Das Bluesalbum des Jahres legt Eric Bibb vor. Der Sohn des Schauspielers und Bürgerrechtlers Leon Bibb wurde 1951 in New York geboren, lebt aber inzwischen überwiegend in Europa.

Schon der Eröffnungstitel „Silver Spoon“ mit den angerissenen Akkorden, zu denen er traditionell singt „I left my home as a young man...“, könnte schon auf den Baumwollfeldern in Mississippi entstanden sein. Diese Platte spannte den Bogen ganz weit, quer durch viele Spielweisen, als enzyklopädische Schau über die Möglichkeiten des Genres. Man höre das cool-jazzige „God’s Mojo“, da blickt er auf die am Rand der Gesellschaft, „drinking cheap wine“. In „Turner Station“ findet der virtuose Gitarrist unkonventionelle harmonische Auflösungen für den Blues. Bei „Dream Catchers“ hat er Harrison Kennedy und Ruthie Forster zu Gast. Das klingt nach dem urbanen Soul der Staple Singers. Mit Taj Mahal und den Blind Boys Of Alabama deutet er den Gospel-Klassiker „Needed Time“ neu – wahrhaft beseelt. „Home“ führt in die High-Life-Musik Afrikas, eine Hommage an Nelson Mandela. Bibb hat seine Platte Martin Luther King gewidmet, immer wieder greift er Politisches auf. Am intensivsten ist die Ballade „Rosewood“, die an ein Massaker 1923 in Florida erinnert, weil angeblich ein Schwarzer eine weiße Frau vergewaltigt hatte. Traurig-sanfte Melodie, scharfer Text: „Sie sagen, dass die ganze Sache mit Fannie Taylors Lüge begann ...“. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare