Neue CD: Charles Bradley: Victim Of Love

Charles Bradley: Victim Of Love (Daptone/Grooveattack). Auf diese Platte haben Soulfans gewartet.

Charles Bradley, 64, gelernter Koch, legte vor erst vor zwei Jahren sein Debütalbum vor, eine hinreißende Platte im kochenden Sound der 1960er Jahre. Wer sonst könnte James Brown beerben als er? Auf „Victim of Love“ knüpft er nahtlos an diese Glanzleistung an, nicht zuletzt unterstützt und gefordert durch Produzent und Gitarrist Thomas Brenneck von der Menahan Street Band. Allein wie Bradley das Wort „Love“ singt, macht ihm so schnell keiner nach: Bei ihm wird daraus eine Beschwörung, ein Schrei aus tiefster Seele. Man höre nur, wie er das ausbreitet in „Let Love Stand A Chance“, wo er eine Chance für die Liebe fordert, und nicht einen Augenblick zweifelt man daran, dass ihm das alles bedeutet. Die Arrangements wurden etwas verfeinert, ohne Bradleys Energie abzudämpfen. Da gibt es zum Beispiel in „You Put The Flame On It“ muntere Motown-Anklänge, das swingt heiter, und das ist ebenso neu für den grandiosen Sänger wie die Flower-Power-Gitarren-Begleitung im Titelsong. Dass der Mann, der einige Schicksalsschläge erlitt, immer noch seine Zeit kommentiert, hört man in „Confusion“, wo er korrupten Politikern die Leviten liest zu Musik, die an die psychedelische Phase der Temptations erinnert. Der Mann kann’s auch beim zweiten Mal. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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