Vom Macher von „Katchi“

Neue CD „Promenade Blue“ von Nick Waterhouse

Cover Nick Waterhouse Promenade Blue
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cover Nick Waterhouse - Promenade Blue

Nick Waterhouse: Promenade Blue (Innovative Leisure/Redeye). Dieser kompakte Basslauf, die eingestreuten Gitarrenakkorde, und dann diese Stimme, leicht übersteuert, immer mit einem Hauch Hysterie. In „Medecine“ singt Nick Waterhouse darüber, dass es ganz schön viel Medizin braucht, um so schnell zu laufen.

Es gelingt dem 35-jährigen Musiker aus Kalifornien, die musikalischen Rezepte des legendären Produzententeams Leiber/Stoller zu einem geradezu tagesaktuellen Kommentar auf das 21. Jahrhundert zusammenzurühren. Allein die Chorarbeit der Sensational Barnes Brothers auf diesem Track ist eine famose Hommage an die großen Coasters. Waterhouse ist spätestens seit seinem Hit „Katchi“ von 2018 eine Größe. Auf seinem neuen Album hält er die Spannung in elf Songs, die mal ein wenig nach Ray Charles klingen, mal nach Roy Orbison und Buddy Holly, immer aber und vor allem nach Nick Waterhouse.

Ob es nun die krachige Liebeserklärung an „Vincentine“ ist, ein herrliches Stück R‘n‘B, das dramatische „Silver Bracelet“, das verträumt jazzige Instrumental „Promène Bleu“ oder das pathetische „Fugitive Lover“ mit seinen herrlichen Rhythmuswechseln und den hektischen Sechzehnteln im Refrain, das ist aufregende Musik, im Konzept retro, aber in einer sehr heutigen Ausführung, und von Paul Butler so produziert, dass die nötige Reibung nicht weggeglättet wird. Aus seinen Geburtsdaten macht Waterhouse den feinen 60er-Bluesrock „B. Santa Ana, 1986“. Und mit welch feiner Ironie singt er von der koketten Frau, die sagt: „This is the spanish look, it‘s what they wear in Spain“. 

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