Neue CD: The Bryan Ferry Orchestra: The Jazz Age

The Bryan Ferry Orchestra: The Jazz Age (BMG Rights/GoodToGo). Ganz trocken klingen die Bläserriffs, kompakt beieinander, wie auf einem Schellack-Schätzchen aus den 1920er-Jahren.

Dann erkennt man, was Trompete und Klarinette da intonieren: Es ist tatsächlich „Do The Strand“ von Roxy Music. Bryan Ferry, charismatischer Sänger und Dandy, hat sich auf „The Jazz Age“ einen Traum erfüllt. Er nahm Titel aus seiner musikalischen Karriere vom 1972 erschienenen ersten Album von Roxy Music bis zu seinem letzten Solo-Projekt „Olympia“ neu auf: Im frühen Jazzstil der Vor-Swing-Ära. Da schrammelt das Banjo, da grummelt das Bass-Saxophon, da schluchzen die Klarinetten. „The Bogus Man“, ein wohl nur noch Fans bekanntes Meisterwerk aus dem zweiten Roxy-Music-Album „For Your Pleasure“, kommt im Jungle-Sound des frühen Ellington-Orchesters daher, mit growlenden Trompeten. Andere Titel haben einen leichten Schmalz-Einschlag wie bei Paul Whiteman („Just Like You“).

Das ist vom Pianisten Colin Good mit einigen der besten britischen Jazzer grandios arrangiert, in einem hinreißenden Sounddesign, das alle vermeintlichen Errungenschaften der Digital-Ära souverän ignoriert. Ferry singt keinen Ton, steht eigentlich nur für das Konzept. Ebenso brillant wie verschroben. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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