Neue CD: Andy Sheppard/ Michel Benita/Sebastian Rochford: Trio Libero

Von Ralf Stiftel ▪ In diesen Sound muss man sich verlieben: Bei „Libertino“ klingen Saxophon, Bass und Schlagzeug wie ein Kammerorchester, Sebastian Rochford lässt die Becken das schlichte, beseelte Thema von Andy Sheppards Sax mitsingen, Michel Benita tupft ein paar Töne dazwischen, und nichts fehlt.

Solche Trios ohne Piano sind im Jazz oft das Ding der Kraftmeier am Horn, die sich austoben wollen. Hier aber musizieren Meister der Zurückhaltung, die den Kontakt zu ihren Partnern suchen, bei denen die Musik sich fein ineinander fügt und man doch eine immense Energie spürt. Man höre nur das extrem entschleunigte „I'm Always Chasing Rainbows“, den einzigen Standard neben einem Dutzend Eigenkompositionen, wo das Thema vom Sopransaxophon zum Bass weitergereicht wird, wo die Band immer wieder innehält, als schöpften die Drei gemeinsam Atem. „Ishidatami“ hat ein tänzerisches Thema mit folkloristischer Anmutung, und man meint in manchen Momenten, mittelalterlichen Spielleuten zu lauschen.

Quelle: wa.de

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