Mutter aller Raves: Die 21. Mayday in Dortmund

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Raver in der Dortmunder Mayday-Arena. ▪

Von Benedikt Ricken ▪ DORTMUND _Made in Germany – wer das hört, denkt wohl als erstes an Automobile, Maschinen oder Meißener Porzellan. Dass auch eine Musikveranstaltung das Herkunftsprädikat mit Würde tragen kann, bewiesen die Veranstalter der 21. Mayday am Montag in den Dortmunder Westfalenhallen. Sie wählten das Gütesiegel zum Motto und unterstrichen damit, wo die „Mutter aller Raves“ ihre Wurzeln hat.

Tatsächlich wurde die Mayday zum Exportschlager, sie dient heute als Vorbild für Raves auf allen Kontinenten. Internationale Ableger y werden in Kattowitz, Minsk oder St. Petersburg gefeiert. Insbesondere in den USA gewinnt die elektronische Musik derzeit an Bedeutung. „In Amerika entwickelt sich gerade das, was wir in Deutschland in den 90ern hatten“, berichtet Moguai, der als DJ auf der Mayday auflegte. Genau wie André Tanneberger alias ATB ist er in letzter Zeit häufig in den USA unterwegs. „Wir sehen uns mittlerweile häufiger in Amerika als in Deutschland“, witzeln die beiden.

Die deutsche Rave-Kultur in die Welt tragen – das ist im Sinne der Mayday-Macher, wie Oliver Vordemvenne von der veranstaltenden Agentur I-Motion erklärt: „Wir müssen die Fackel der elektronischen Musik hochhalten und ihre positiven Werte wie Toleranz, Respekt und Offenheit verbreiten.“ Mit 25 000 Besuchern feierten zwar weniger Raver als noch vor einem Jahr zum Jubiläum. Organisator Nikolaus Schär zeigte sich trotzdem alles andere als betrübt über den Zustrom.

Trotz der heimischen Wurzeln legten auch in diesem Jahr wieder viele internationale Top Acts auf der Mayday auf. Carl Cox aus London, Motor aus New York oder Ferry Corsten aus Rotterdam zählten zu den Headlinern, ebenso wie Paul van Dyk, Sven Väth und Chris Liebig. Auf fünf Floors wurden sämtliche Stilrichtungen der elektronischen Musik bedient, von groovigen Klängen im Casino bis hin zu härtesten Sounds in der Factory. Im Twenty Young Dome, der zum Jubiläum im vergangenen Jahr eingeführt wurde, legten mit Mr. X & Mr. Y oder Kai Tracid DJs aus der Rave-Gründerzeit auf und ließen einen Hauch Nostalgie aufkommen. Im Empire hingegen legten aktuelle Star-DJs reinen Techno auf.

Damit die Mayday für jeden Besucher sowohl akustisch als auch optisch zum Erlebnis werden konnte, wurden erneut Superlative in Sachen Technik aufgefahren mit insgesamt über 350 Tonnen Ton-, Licht-, Laser- und Videotechnik-Installationen. Allein die Arena als größte Halle benötigte somit bereits zwei Megawatt Stromanschlussleistung. Mit dieser starken Mischung aus Technik und Musik erlebten die Techno-Jünger einmal wieder feinste Rave-Kultur „Made in Germany“.

Quelle: wa.de

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