Musik, die von Herzen kommt: Interview mit Mrs Greenbird

+
Singer-Songwriterin Sarah Nücken (29) und Gitarrist und Sänger Steffen Brückner (37) sind Mrs. Greenbird. 2006 lernten sich die Sozialpädagogin und der Mediendienstleister kennen, die auch privat ein Paar sind. Anfänglich traten sie als „Goldkehlchen und der Mann mit Hut“ auf. Mit der Teilnahme an der Castingshow X-Factor änderte sich der Bandname. ▪

HAMM ▪ Sie tragen den Namen eines toten grünen Papageis und haben bei der Vox-Castingshow X-Factor die Konkurrenz hinter sich gelassen: Mrs. Greenbird. Das Country-Folk-Duo Sarah Nücken und Steffen Brückner gelang durch Zufall zu der Castingshow. Mit der ersten Single „Shooting Stars & Fairy Tales“ und dem Album „Mrs. Greenbird“ sind sie in die Charts vertreten. Anfang März geht das Paar auf Deutschlandtour. Im Interview mit Judith Wedderwille erzählt Sarah Nücken über die neue Situation, wie sie sich auf die Partnerschaft auswirkt und was ihr wichtig ist.

Bei X-Factor haben Sie gewonnen und sind bald auf Deutschlandtour. Wie fühlt sich das an?

Sarah Nücken: Das kann man schlecht beschreiben. Es gibt gar kein Wort, was dieses Gefühl beschreiben könnte. Auf jeden Fall ist es aufregend, es ist spannend, es ist neu, es ist schön – manchmal auch nicht so schön.

Sie sind jetzt ziemlich viel unterwegs und haben auch einen vollen Terminkalender, bleibt da noch Zeit für die Beziehung?

Nücken: Die Beziehung ist ja immer dabei. Die schalten wir ja nicht aus und holen sie abends wieder aus der Tasche oder so. Wir sind sechseinhalb Jahre zusammen. Wir kennen uns einfach, die Macken und die tollen Seiten. Wir haben eine Streitkultur entwickelt und von daher ist das überhaupt kein Problem.

Haben Sie Angst, dass Sie dieses Label Casting-Show-Star dauerhaft aufgedrückt bekommen?

Nücken: Zum Teil kriegen wir das ja schon. Es gibt immer die Leute, die uns kennenlernen oder die uns einfach hören, sehen, mögen oder denen egal ist, dass wir in der Castingshow waren. Und dann gibt es die, die sich gar nicht groß mit uns beschäftigen und uns direkt diesen Stempel geben und sagen: „Find ich doof.“ Aber da stehen wir drüber, weil das ist eben so wie im echten Leben auch. Ich mochte noch nie Leute, die einen pauschal verurteilen und blöd finden, obwohl man sich gar nicht richtig kennt.

Was ist Ihr musikalisches Markenzeichen?

Nücken: Hm. Weiß ist nicht genau. Vielleicht, dass wir sehr viel akustisch arbeiten und viel Wert darauf legen, dass kein dicker Beat darunter gepackt ist und dass es von Herzen kommt. Und unsere Musik ist, die uns niemand geschrieben hat.

Wie entsteht denn bei Ihnen ein Song?

Nücken: Also bisher war es so, dass ich die Songs geschrieben hab. Ich spiele ja ein bisschen Gitarre und Klavier – aber nicht besonders schön und vor allem nicht so gut wie Steffen. Aber ich setzte mich meistens in die Ecke und dann habe ich so zwei, drei Zeilen oder vielleicht eine Melodie im Kopf und dann schrabbel ich auf der Gitarre rum, bis ein Song entsteht. Zu den zwei, drei Zeilen kommen dann ein paar mehr dazu, und ich versuche einen schönen Refrain zu finden. Nur bei „Shooting Star“ war es anders, da habe ich den Text komplett runtergeschieben, hatte noch keine Melodie und auch keine richtige Idee im Kopf, wie sie klingen sollte. Aber das war auch der erste Song, den Steffen und ich zusammen entwickelt habe, die Akkorde und die Melodie.

Was wollen Sie mit Ihrer Musik bewirken?

Nücken: Wir hoffen, dass wir Menschen damit berühren, glücklich machen und vielleicht entspannen oder auch sie zum Nachdenken anregen. Bei den Menschen, wo unsere Musik das Gegenteil auslöst oder die damit nichts anfangen können, da hoffen wir einfach, dass wir denen nicht großartig auf den Keks gehen. (lacht)

Was nehmen Sie gegen Heimweh mit?

Nücken: Ich glaube, ich werde gar kein Heimweh haben, weil ich ja alles dabei habe, was mir lieb ist. Ich hab ja den Steffen bei mir. Wir sind ja zu zweit, das ist wie eine kleine Familie. Aber ich habe so einen kleinen süßen Notfallkoffer, den mir meine Freundin geschenkt hat, die Logopädin ist. Sie hat mir eine kleine Schatzkiste geschenkt, da sind Badesalz, Tee, Creme und Halstabletten drin, falls ich irgendwann Halsschmerzen während der Tour habe.

Mrs. Greenbird sind zum ersten Mal auf Deutschlandtour und spielen am (Auswahl): 6.3. in Bochum, 7.3. und 18.4. in Köln, 15.3. in Oberhausen, 20.3. und 8.4. in Frankfurt, 27.3. in Hamburg, 28.3. in Hannover, 14.4.in Wiesbaden, 16.4. in Osnabrück, 19.4. in Mönchengladbach, 2.5. in Bremen, 20.7. in Cuxhaven und 21.7. in Bonn.

http://www.mrsgreenbird.com

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare