Museum Ostwall eröffnet im neuen Dortmunder U

+
Auf der 5. Etage des Museum Ostwall im neuen Dortmunder U-Turm. ▪

Von Achim Lettmann ▪ DORTMUND—Es ist ein langer Weg bis zu Max Beckmanns „Selbstbildnis mit Zigarette“ (1947) und Emil Noldes „Junge Rappen“ (1916). Die Bilder hängen im Bereich „Klassische Moderne“ des Museum Ostwall im Dortmunder U. Ab Samstag sind die neuen Räumlichkeiten des Kunstinstituts fürs Publikum geöffnet.

In der vierten und fünften Etage des sanierten und für rund 70 Millionen Euro umgebauten Brauereigebäudes ist das ehemalige „Museum am Ostwall“ mit seiner Sammlung untergebracht. 350 Werke sind zu sehen, 6 000 sind im Bestand des Hauses. Das Museum wird damit ins Dortmunder U, das neue Zentrum für Kunst und Kreativität, einsortiert. Hier finden sich weitere Nutzer mit ihren Stützpunkten wie der Hartware Medienkunstverein, die Technische Universität und die Fachhochschule Dortmund. Die Etagen zwei und drei des insgesamt siebengeschossigen Gebäudes (67 Meter hoch) sind „Kreativ.Quartiere“, also Orte für Geschäftsideen mit erweiterem Kulturbegriff. Auf der Etage zwei sollen auch die Vermittlungsprogramme des Museum Ostwall stattfinden. Der Museumsshop soll in den Eingangsbereich des neuen Dortmunder Wahrzeichens, für dem die EU 34 Millionen Euro zusteuerte und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe 680 000 Euro.

Der Wechselausstellungsbereich findet sich mit 900 Quadratmetern im 6. Geschoss. Kulturdezernent Jörg Stüdemann unterstrich bei der Vorstellung des Museum Ostwall im U, dass wie geplant am 18. Dezember eine große Ausstellung mit Exponaten aus dem Pariser Centre Pompidou in Dortmund eröffnet wird: „Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst“.

Damit kann Dortmund das Kulturhauptstadtjahr 2010 mit einer profilierten Präsentation abschließen. Bauverzögerungen und konservatorische Probleme hatten den U-Turm in die Kritik gebracht. Denn bis ins zweite Quartal 2011 wird hier noch gebaut, zum Beispiel an einem Restaurant im Erdgeschoss. Folglich liegt Staub in der Museumsluft. Aber Kulturdezernent Stüdemann sagte, dass der Brand- und Versicherungsschutz gewährleistet sei und auch die Staubbelastung kein Problem mehr darstelle. „Ein Büro ist beauftragt, das auch das K20 in Düsseldorf und Museen in Hamburg und Berlin betreut“, so Stüdemann.

Einen Ausstellungsetat hat das Museum Ostwall im U nicht. „Operatives Geld“ soll über eine Stiftung für Kunst und Kreativität erbracht werden, die der Dortmunder Rat am 18. November absegnen soll. Jörg Stüdemann rechnet mit 500 000 bis eine Million Euro jährlich. Welche Ausstellungen in der 6. Etage des U-Turms gezeigt werden, muss vor allem Andreas Broeckmann verantworten. Der Kurator aus Berlin und Gründungsdirektor des U soll das Haus überregional interessant machen. Der Direktor des Museum Ostwall, Kurt Wettengl, vertritt die Idee vom „Museum als Kraftwerk“. Demnach will sich das Museum mehr als Publikumsmuseum verstehen, denn als „Musentempel“. Programmatisch hängt deshalb Jochen Gerz‘ vielteilige Fotoarbeit „Das Geschenk“ im zweigeschossigen Foyer. Insgesamt hatten sich 4 800 Menschen fotografiert und ihr Porträt im Jahr 2000 verschenkt. Mit großen Erfolg in der Stadt.

Das Architekturbüro Kuehn Malvezzi (Berlin) hat kabinettartige Einbauten im Museum vorgenommen. Kleinteiliger wirkt das auf der 4. Etage, wo Fluxus, Happening, Abstraktion, Informel, Klassische Moderne und Kinetische Kunst zu finden sind, etwas großzügiger auf der 5. Etage. Hier macht die Fotoarbeit „Trautes Heim“ (1986) von Anna und Bernhard Blume Spaß. Videos von Adrian Paci und Freya Hattenberger belegen, dass auch künftig Zeitgenössisches Platz findet. Das neue MO Schaufenster und das neue MO Lautsprecher-Programm sollen mehr Austausch mit dem Publikum anstoßen.

Tag der Offenen Tür im Museum Ostwall im Dortmunder U, Leonie -Reygers-Terrasse. 9./10. Oktober. www.

museumostwall.dortmund.de

Info-Tel. 0231 / 50 232 47;

Öffnungszeiten di/mi 10 bis 18 Uhr, do/fr 10 bis 20 Uhr, sa/so 11 bis 18 Uhr.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare