Ina Müller: „Das wär dein Lied gewesen“

Von Matthias Dietz ▪ Ina Müller: Das wär dein Lied gewesen (105music). Mit dieser Stimme könnte sie selbst Herz auf Schmerz reimen. Doch keine Bange, auf solch platte Verse käme Ina Müller im Leben nicht.

Die Sängerin, Moderatorin, Entertainerin und Kabarettistin verlässt sich auf ihrem neuen, dem dritten Studioalbum lieber auf ihren Instikt und den Einfluss des grandiosen Texters Frank Ramond. Und macht damit alles richtig. Ina röhrt rauchig und schnurrt sanft. Ihre emotionale Direktheit überrascht, so kannte man die Künstlerin bisher nicht. Sie schafft den Spagat, herzzerreißend sentimental und zugleich ein bisschen versaut zu sein („Brittpop“). Sie nimmt die Auswüchse der Gleichberechtigung spöttisch aufs Korn und amüsiert sich über den Irrsinn, im Internet all das Innerste nach außen zu kehren, was wir sonst so gern verbergen („Podkarsten“). Sie teilt „das Datum meiner Taufe durch die Anzahl meiner Ex“, widmet jedes der 13 Lieder irgendwem, gern auch Verflossenen. Junge Männer (Mitte 20) mag sie besonders – „die riechen nicht so ranzig“. Ina Müller ist mal hanseatische „Ködderschnauze“, mal einfühlsame Romantikerin. Ihr neues Album ist einfach umwerfend gut.

Quelle: wa.de

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