„Mordshunger“: Neue ZDF-Krimireihe vom Land

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Hobby-Kriminalistin und Köchin Britta (Anna Schudt) erfüllt ihrem Bruder Max (Aurel Manthei) nahezu jeden kulinarischen Wunsch.

Westfälisch, ländlich, schräg und spannend: In der neuen ZDF-Krimireihe „Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen“ mimt Anna Schudt (39) die blonde Britta Janssen, Inhaberin des Catering-Services und der Dorfkneipe, im kleinen Örtchen Klein-Beken. In der ersten Folge der vierteiligen Reihe mit dem Titel „Eine Leiche zum Dessert“ gerät Britta Janssen unter Verdacht, ihr Essen sei Schuld am Tod des ortsansässigen Räucherei-Betreibers.

Von Laura Schwabbauer

Klein-Beken entspricht ganz dem Klischee eines westfälischen Dörfchens. Klein,beschaulich, so viele Schafe wie Einwohner, jeder kennt jeden. Und doch haust hier das Verbrechen. Schauspielerin Anna Schudt hat damit schon Erfahrung: Im Dortmunder „Tatort“ spielt sie die Hauptkommissarin Martina Bönisch. Britta Janssen in „Mordshunger“ ist allerdings viel mehr neugierige Köchin als Ermittlerin. Schudt mimt sie sympatisch und bodenständig. Die herzliche Wirtin hat ein offenes Ohr für die Dorfbewohner am Thresen ihrer Kneipe. Britta Janssen ist eine sympatische, sinnliche Miss Marple vom Dorf. Ebenso menschlich ist auch ihr Bruder, der Dorfpolizist Max dargestellt. Er ist per Du mit allen im Dorf und vor allem nicht frei von Fehlern. Auch Darsteller Aurel Manthei (39) ist Krimi-erfahren. Er wirkte im „Großstadtrevier“ oder „Polizeiruf 110“ mit. Den Dorfpolizisten mit Beförderungs-Ambitionen mimt er weder gekünstelt noch gewollt witzig, sondern sehr natürlich und geerdet.

Ihre lebensnahen, sympathischen Figuren machen die Krimireihe zu angenehmer Abendunterhaltung. „Mordshunger“ ist mit einem Augenzwinkern erzählt und lebensfroh, die erste Folge verströmt keine typisch düstere Krimi-Atmosphäre. Das ländliche Flair erinnert an die ARD-Eifel-Krimis „Mord mit Aussicht“. Allerdings wird mit vielen Klischees gearbeitet, sei es bei den skurilen Dorfbewohnern oder den Postkarten-Motiven von ländlichen Wiesen und schönen Fachwerkhäusern.

Für den Zuschauer ist es allerdings zu Beginn von „Eine Leiche zum Dessert“ etwas schwierig, das Geflecht der Dorfbewohner zu durchschauen, denn eingeführt werden fast alle relevanten Personen auf einem Fest. Günther Ervenich, Betreiber der Orts-Räucherei, wird hier für seine Verdienste geehrt. Britta Janssen ist für das Catering verantwortlich und serviert Backschinken. Plötzlich rauscht die offensichtlich betrunkene Laila Schmittgen (Marleen Lohse) herein. Sie pöbelt herum und wird schließlich von Brittas Bruder Max (Aurel Manthei), dem Dorfpolizisten, hinausgeführt.

Kurz nach Lailas Auftritt bricht Günther Ervenich tot über seinem Teller zusammen. Kommissar Torsten Wallat (herrlich grimmig: Michael Roll) vermutet, Britta Janssen habe ihren Backschinken mit Gift angereichert und stellt die Köchin unter Tatverdacht. Damit sind Britta und ihr Bruder verstrickt in eine Mordgeschichte. Sie nehmen die Ermittlungen auf und kommen schnell dahinter, dass in einem der Salzstreuer Gift gewesen sein muss.

Die Spuren führen sie zum alten Bottrop (Jan Peter Heyne). Klischeehafter könnte die Darstellung des alten, alleinstehenden Herren kaum sein: Bottrop wohnt mit seinem bissigen Dackel in einer miefigen Wohnung, ist außerdem schwerhörig und Kleptomane – wie ein Mörder wirkt er jedoch nicht. Eine weitere Fährte führt zu Laila Schmitgen. Bei ihr wird eine Dose Gift gefunden, außerdem hätte sie sehr persönliche Gründe, Günther Ervenich umzubringen. Zudem hat Laila offenbar auch noch fluchtartig ihre Wohnung verlassen.

Die Täterin scheint ermittelt, da taucht Laila in Reizwäsche in Max’ Wohnung auf und beteuert ihre Unschuld. Während Max der rothaarigen Schönen verfällt, gewinnt die Handlung an Spannung und Fahrt. Britta hat bei den Angehörigen des Verstorbenen nachgeforscht. Witwe Marlene und Ervenichs Sohn Rolf haben ein Geheimnis, das erst in der Dorfräucherei gelüftet wird.

Quelle: wa.de

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