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„Manta, Manta“: Regisseur aus dem Sauerland verrät, wie der Kultfilm hätte weitergehen sollen

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Von: Fabian Paffendorf

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Der Kinohit „Manta, Manta“ wird nach über drei Jahrzehnten fortgesetzt. Der gebürtige Lüdenscheider Wolfgang Büld führte beim ersten Film Regie – und verfasste bereits 2010 ein erstes Konzept für ein Sequel.

Lüdenscheid/London – 31 Jahre nach „Manta, Manta“ beginnen in wenigen Wochen die Dreharbeiten zur Fortsetzung des Kultfilms. Regie führt diesmal Til Schweiger, der im Erstling schon als Hauptdarsteller dabei war. Es werden bereits Komparsen für die Dreharbeiten gesucht. Der Regisseur des ersten Films, der gebürtige Lüdenscheider Wolfgang Büld, ist diesmal nicht mit an Bord.

FilmManta, Manta
Erscheinungsjahr1991
BesetzungTil Schweiger, Tina Ruland, Michael Kessler, Stefan Gebelhoff, Sabine Berg, Ömer Simsek u.a.

Trotzdem hofft der 69-Jährige, dass Til Schweiger mit dem Sequel an den Erfolg des 1991er-Filmhits anknüpfen kann. „Ich wünsche Til jedenfalls alles Gute, was das Projekt angeht. Immerhin beweist aktuell auch Tom Cruise mit der ,Top Gun‘-Fortsetzung in den Kinos, dass man nach Jahrzehnten einen Kulthit wiederbeleben kann“, sagt Wolfgang Büld. Seiner Meinung nach könnte das auch bei Manta, Manta gelingen, wenn weniger die Autos, sondern viel mehr die Charaktere wieder im Mittelpunkt stehen.

„Man muss ja bedenken, was Anfang der 90er Zeitgeist war. 2022 erzählt man sich ja keine Manta- oder Frisösenwitze mehr, da gibt es andere Trends“, erklärt der Regisseur, der seit rund zehn Jahren in London lebt. Er hoffe, dass sich die Geschichte um die Clique aus dem ersten Film dreht. Das Publikum wolle doch sicherlich wissen, wie es Bertie (Til Schweiger), Uschi (Tina Ruland), Klausi (Michael Kessler), Gerd (Stefan Gebelhoff) oder Axel (Martin Armknecht) in drei Jahrzehnten so ergangen sei.

Und weil sich Mittfünfziger wohl weniger über ihre Cliquen definierten, als junge Erwachsene, stehe und falle die Qualität der Geschichte mit dem Potenzial, dass eine junge Riege von Darstellern mitbringe. Der Fokus müsse auf neuen Figuren liegen, die die Kinder der alten Garde verkörperten.

Der Film „Manta, Manta“ mit Tina Ruland und Til Schweiger war in den 90ern ein Kino-Kracher.
Der Film „Manta Manta“ mit Tina Ruland und Til Schweiger war in den 90ern ein Kino-Kracher. © Mary Evans / Constantin Film / imago

Vorüberlegungen zur Fortsetzung gab es schon lange

Wie Büld erzählt, habe er selbst erst von der Produktion der Fortsetzung erfahren, als ein Freund ihm einen Zeitungsausriss geschickt habe, aus dem hervorging, dass die Filmförderung des Landes NRW die Mitfinanzierung des Films bewilligt hatte. „Dass ich bei einer Fortsetzung nicht mehr mitwirken würde, hatte sich schon abgezeichnet, als ich zuletzt 2009 ein Konzept für den Film entworfen hatte und Til Schweiger nicht auf die E-Mail einging, erzählt Büld. Bis dahin habe Büld immer wieder losen Kontakt zu den Darstellern seines Komödienhits gehabt, wie er sagt.

Zwar sei die Freundschaft zu Til Schweiger um 1998 bereits eingeschlafen, aber über die Jahre hinweg hätten immer wieder mal Treffen mit Michael Kessler stattgefunden oder er habe bei Filmpreisverleihungen Tina Ruland wiedergesehen. Kessler sei es auch gewesen, der den Regisseur 2009 über den Stand in Sachen „Manta, Manta 2“ informiert habe.

Das Projekt steckte laut Wolfgang Büld über die vergangenen Jahre in der Produktionshölle fest. Weniger habe das am Kreativ-Output gelegen. Viel mehr habe es daran gelegen, dass Til Schweiger vertraglich an Produktionen des Verleihs Warner Brothers gebunden war und so keine Filme für die Neue Constantin, die Rechteinhaberin von „Manta, Manta“, habe drehen können. „Wie gesagt, wäre das Projekt beinahe 2010 zustande gekommen“, erklärt Wolfgang Büld.

So hätte Bülds Version des neuen Films ausgesehen

Wie die jetzige Fortsetzung inhaltlich genau aussehen wird, weiß der Regisseur des ersten Teils nicht. Allerdings besitzt er noch den ersten Entwurf des 2010er-Konzepts, in dem die Handlung seiner eigenen Version einer Fortsetzung grob festgehalten ist.

So hätte die Fortsetzung ausgesehen, wenn Wolfgang Büld das Skript geschrieben hätte: Bertie hat seinen Manta schon lange verkauft und weint dem keine Träne mehr nach. Er und Uschi leben mittlerweile getrennt, um ihre Ehe steht es schlecht. Während er einen gut laufenden Abschleppdienst und eine Autovermietung betreibt, ist sie erfolgreich mit einer Kette von Nagelstudios. Die gemeinsame Tochter Viola ist gerade 18 geworden und pendelt zwischen den Eltern hin und her. Berties Kumpel Gerd geht’s schlecht. Der Hartz-IV-Empfänger ist hoch verschuldet und hat drei Kinder. Ebenfalls verschuldet ist der Disko-König Helmut. Finanziell ausgesorgt hat hingegen Axel, der jetzt Vater zweier Töchter ist, einen Stiefsohn hat und immer noch auf protzige Autos steht.

Klausi träumt weiterhin von einem Manta und hat seine Trinkhalle mit alten Fotos tapeziert. In der Büld-Version hätte Klausi die alte Clique wieder zusammengebracht, indem er den Manta von Bertie bei Ebay ersteigert und für die Finanzierung einen Kredithai beliehen hätte. Aus Imponiergehabe heraus hätte er Axel herausgefordert, das Rennen aus dem ersten Film zu wiederholen. Bertie wäre zwischen mehrere Fronten geraten. Zum einen hätte er seine Ehe retten müssen, die Beziehung zwischen seiner Tochter und Axels Stiefsohn verhindern und seinen alten Freunden bei der Vorbereitung des Rennens helfen müssen. Wolfgang Bülds Fortsetzung trug den Arbeitstitel „Manta Manta: Reloaded“.

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