Kuriose Krimi-Kapriolen in „Mord mit Aussicht“

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Sophie Haas (Caroline Peters) und ihr Vater Hannes (Hans Peter Hallwachs) in der Serie „Mord mit Aussicht“. ▪

Von Bernd Luig–„Hopp, hopp, fallada, ihr glaubt es nicht, der Tod war da!“ – Locker geht‘s über die Lippen, wenn im Eifeldorf Hengasch im Landkreis Liebernich heimtückische Mörder ihr Unwesen treiben. Kommisarin Sophie Haas (Caroline Peters) fühlt sich ins „Taka-Tuka-Land“ strafversetzt, als sie aus der Metropole Köln nach Hintertupfingen befördert wird. Statt der Aussicht auf den Dom bleibt der geschockten Großstadtpflanze nur noch „Mord mit Aussicht“.

So heißt die „Krimiperle mit Stallgeruch“. Volker Herres wählt diese Beschreibung für seine neue Quotenhoffnung am Dienstagabend. Der ARD-Programmdirektor schwärmt von „nervenzerreißender Gemütlichkeit, atemberaubendem Lokalkolorit und spektakulären Verfolgungsjagden mit maximal 30 km/h“. All das macht tatsächlich den Reiz der kuriosen Krimi-Kapriolen aus der Eifel aus – angereichert mit hintergründiger Komik, mit bizarren Verbrechen und mit ungewöhnlichen Figuren, die Land und Leute wunderschön karikieren.

Ihr Serien-Juwel ließen die Verantwortlichen immerhin zwei Jahre lang in der Versenkung verschwinden. 2008 tauchten die skurrilen Episoden der Drehbuchautorin Marie Reiners kurzzeitig in der ARD auf. Die nur sechs Folgen heimsten großes Lob bei Kritikern und bei den Zuschauern ein. Nominierungen für den Grimme-Preis und für den Deutschen Fernsehpreis folgten.

Um die Chance auf eine Auszeichnung zu verbessern, präsentiert sich „Mord mit Aussicht“ jetzt mit der ersten kompletten Staffel. Nach der Wiederholung der bekannten Kostproben schließen sich sieben neue Abenteuer an. Sophie Haas, die von Caroline Peters grandios verkörpert wird, sieht sich immer noch als „Kölnerin auf der Durchreise“. Vergeblich hofft sie darauf, dass ihre Versetzung nur ein böser Traum gewesen sei. Liebgewonnenen Vorzügen trauert die Eifel-Exilantin nach: „Shoppen, Kunst, Kultur, Kino – lauter Sachen, die hier in der Eifel weitgehend unbekannt sind.“

An beruflichen Herausforderungen mangelt es der ehrgeizigen Ermittlerin nicht. Da baumelt zum Beispiel in der riesigen Schüssel des Radioteleskops Zwiebelfeld eine Leiche. Da geben nach dem Tod einer Apfelhof-Besitzerin gleich drei gefälschte Testamente Rätsel auf. Losgelöst von ihren beiden Kollegen Bärbel Schmied (Meike Droste) und Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) darf die einsame Single-Frau sogar ein Privatleben entwickeln und einen Mann kennenlernen – beim Kalben einer Kuh.

Als die Dorfpolizisten bei einem Verbrechen an den „nahezu perfekten Mord“ glauben, schränkt das den Kreis ihrer Verdächtigen sofort ein. „Was sagt uns das über den Täter? – Er kommt nicht von hier.“

ARD, 20.15 Uhr

Quelle: wa.de

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