Krimi mit Magie: Ben Aaronovitchs „Schwarzer Mond über Soho“

Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho. Deutsch von Christine Blum. dtv, München. 415 S., 9,95 Euro

Ohne Harry Potter kommt man nicht aus, wenn man über Peter Grant spricht, den Helden in Ben Aaronovitchs Fantasy-Krimi „Schwarzer Mond über Soho“. Grant ist nicht nur Afrobrite, sondern auch Mitglied der kleinsten Spezialeinheit von Londons Polizei. Sie besteht aus seinem Ausbilder Detective Chief Inspector Thomas Nightingale und ihm. Und sie ist für Verbrechen zuständig, die mit Magie ausgeführt wurden. In der Welt von Aaronovitchs Roman kommt Harry Potter vor – Grant muss seinem alten und gesundheitlich etwas indisponierten Vorgesetzten Hogwarts erklären. Aber in Wirklichkeit, erläutert Nichtingale, haben sie damals auf der Zauberschule Rugby gespielt, und auf dem Spielfeld war Magie verboten.

Die Fälle des Polizisten und Zauberlehrlings Grant haben also durchaus eine Zielgruppe. Und natürlich hat unser Held jede Menge überirdisch guten Sex, hilft sich mit Feuerbällen aus Notfällen und kennt den einen oder anderen hilfreichen Geist. Aber Aaronovitch begnügt sich nicht damit, die Parallelwelt der Magie ins Erwachsenenstadium zu übertragen. Sein London schildert er mit kritischem Realismus, er blickt auf bürokratische Strukturen der Polizei, auf Rassismus, auf den Londoner Verkehr und andere Dinge. Und so ist man nicht schlecht unterhalten mit diesem Buch über eine Mordserie an Jazzmusikern, an deren Leichen Grant das magische Echo des Standards „Body And Soul“ vernimmt. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare