60 Konzerte beim Klavier-Festival Ruhr

+
Preisträgerin Elisabeth Leonskaja ▪

ESSEN ▪ Das Klavier-Festival Ruhr (6. Mai bis 22. Juli) verschiebt seinen Schwerpunkt in Richtung Rheinland. Fast jedes zweite der 60 Konzerte wird in Essen (15), Mülheim (8) und Duisburg (5) gespielt Vier Termine gibt es sogar in Düsseldorf, das niederrheinische Rheinberg ist ein neuer Standort. Gen Osten klingt es dagegen dünner und dünner. Hamm wird schon seit Jahren ausgelassen, in Dortmund sind gerade noch drei Konzerte angesetzt. Zwei im Harenberg City-Center, eins im Konzerthaus (10. Juli, Martha Argerich). Von Elisabeth Elling

Dort habe man keine weiteren Kapazitäten gehabt, sagte Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg gestern bei der Programmvorstellung in Essen. Was das Konzerthaus Dortmund umgehend dementierte: „Wir hätten dem Klavier-Festival ohne Mühe wenigstens 10 Termine anbieten können. Leider wurden angefragte Terminoptionen, die wir reserviert hatten, vom Klavier-Festival Ruhr dann später wieder zurückgezogen“, so Florian Wiegand, Leiter Künstlerisches Betriebsbüro/Konzertplanung.

Zwar stehen noch Hagen (24. Mai, Schloss Hohenlimburg, Maria Uspenskaya, Cembalo) und Holzwickede (19. Juli, Haus Opherdicke, Mihaela Ursuleasa) im Programm, doch das West-Ost-Gefälle seines Festivals bestreitet Ohnesorg nicht. Man gehe halt dahin, wo Sponsoren und Publikum seien.

Dünner geworden ist unterdessen auch das Finanzpolster. Der bisherige Geldgeber, der Initiativkreis Ruhr (IKR), fährt sein Engagement nach und nach herunter. Die „Stiftung Klavier-Festival Ruhr“ soll als neue Organisationsform neue Mittel auftreiben, denn Subventionen gibt es nicht. Das Programmheft listet 87 Stifter auf, Unternehmer und Privatpersonen, und Ohnesorg gibt sich optimistisch: Die Zinserträge würden die IKR-Gelder „überkompensieren“. Nachdem das Programm in diesem Jahr auf 60 Konzerte schrumpfte, sollten es 2012 schon wieder 70 sein.

Erst einmal wird aber Geburtstag gefeiert, wieder ein 200.: nach Chopin und Schumann im letzten Jahr nun Franz Liszt. Seine Werke fehlen an kaum einem Abend, nicht bei Elisabeth Leonskaja, die mit dem Preis des Festivals geehrt wird (29. Juni, Gelsenkirchen). Auch nicht beim Auftaktkonzert von Khatia Buniatishvili (6. Mai, Mülheim, Stadthalle), bei Yefim Bronfman (18. Mai, Essen, Philharmonie), Pierre-Laurent Aimard (27. Mai, Duisburg, Gebläsehalle), Arcadi Volodos (29. Mai, Duisburg, Mercatorhalle) und Gerhard Oppitz (21. Juli, Mülheim). Alfred Brendel hat sich zwar vom Konzertpodium zurückgezogen, wird seinen Liszt-Vortrag (18. Juni, Mülheim) aber mit Klavierbeispielen betönen. Daniel Barenboim musiziert mit der Staatskapelle Berlin unter Pierre Boulez am 9. und 10. Juni beide Liszt-Klavierkonzerte, dazu Wagners Faust-Ouvertüre und Siegfried-Idyll (Essen, Philharmonie). Einen Kraftakt ohne Liszt unternimmt Michael Korstick, der mit dem WDR-Sinfonieorchester beide Brahms-Klavierkonzerte spielt (7. Mai, Bochum, Jahrhunderthalle).

Es gibt Entdeckungen wie den Luxemburger Francesco Tristano, der Bach, Cage und eigene Werke kombiniert (9. Mai Bottrop). Oder fünf Preisträger internationaler Wettbewerbe, die in kleineren Sälen auftreten, so im Dortmunder Harenberg City Center (25. Juni). Die Stars sollen hingegen die Essener Philharmonie füllen: Yundi (10. Mai), Grigory Sokolow (6. Juni), Gabriela Montero (20. Juni), Leif Ove Andsnes (4. Juli), Anne-Sophie Mutter mit Lambert Orkis (7. Juli) und Hélène Grimaud (17. Juli). András Schiff spielt „Variationen“ von Haydn bis Mendelssohn Bartholdy in Duisburg (8. Juli, Mercatorhalle).

Die Jazzkonzerte werden eröffnet von dem aus Hamm stammenden Pianisten Martin Sasse und seinem Trio (14. Mai, Bochum, Stanzwerk). Es folgen unter anderem Patti Austin (16. Mai, Essen, Lichtburg), Chick Corea mit „Hymn of the Seventh Galaxy“ (11. Juli, Duisburg, Mercatorhalle), das Jacques Loussier Trio (14. Juli, Hattingen, Henrichshütte) und beim Abschlusskonzert Benny Green mit dem Bundesjazzorchester (22

Karten für die 60 Konzerte des Klavier-Festivals Ruhr gibt es heute ab 9 Uhr,

Tel. 018005-500803, 0180-5706700.

http://www.klavierfestival.de

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare