15.000 Fans in der ausverkauften Lanxess-Arena

Kunterbunte Katy-Perry-Show in Köln

Sie scheint der Welt entrückt: Katy Perry wechselt die Kostüme in der Kölner Lanxess-Arena in schöner Regelmäßigkeit.

Köln - Zurücklehnen und sich einfach berieseln lassen – das ist an diesem Abend in der Kölner Lanxess-Arena nun wirklich nicht möglich. Die US-amerikanische Sängerin Katy Perry macht auf ihrer „Witness“-Tour Halt in der Domstadt. Und wer schon einmal einen Auftritt der 33-Jährigen miterlebt hat, weiß: Es wird für rund zwei Stunden sehr laut, schrill und bunt.

Katy Perry hat sich wieder eine Menge einfallen lassen, um ihre Songs auch optisch abwechslungsreich auf die Bühne zu zaubern. Die Reizüberflutung wird zum Dauerzustand: Vor rund 15.000 Fans in der ausverkauften Arena bekommen die Zuhörer riesige tanzende Flamingos zu sehen, einen Darsteller im Haifisch-Kostüm, der mit seinen Füßen Piano spielt, monströse Plastik-Rosen, von denen eine als Pole-Dance-Stange umfunktioniert wird, einen Planeten, auf dem es sich wunderbar durch die Halle schweben lässt, viele Kostüme, noch mehr Tänzerinnen, eine grelle Lichtshow, noch grellere Videofilme und vieles mehr. Von Beginn an, als Katy Perry aus dichtem Nebel im goldenen Kostüm, mit lila Kurzhaarschnitt und Sonnenbrille auf der Nase die Stufen hinab schreitet, geht es vor allem um eines: die pausenlose Aneinanderreihung von schrägen und noch schrägeren Ideen.

Konzert von Katy Perry in Köln

„Witness“ – Zeuge: So heißt die aktuelle Platte, das mittlerweile fünfte Album der Kalifornierin – zählt man das Debütalbum mit christlicher Musik dazu, das Perry als Katy Hudson 2001 veröffentlichte, sieben Jahre bevor die Pfarrerstochter mit Songs wie „I Kissed a Girl“ und „Hot n Cold“ einen kompletten Imagewechsel vollzog und weltweit in die Charts einstieg. In unterschiedlicher Form taucht während des Konzerts immer wieder das Auge als Zeichen des Beobachters und Zeugen auf. So ist die Videowand etwa in Augenform gehalten. Die Tänzerinnen, die genauso wie Verwandlungskünstlerin Katy Perry selbst, in schöner Regelmäßigkeit ihre Outfits ändern, tragen einmal Fernseher über ihren Köpfen, aus denen ein irres Auge ins Publikum starrt. An anderer Stelle schwebt ein Kussmund im Megaformat über der Bühne, aus dem zwischenzeitlich ein Auge stiert, ehe Katy Perry „verspeist“ wird.

Apropos: Später fällt die Sängerin in „Bon Appétit“ einer fleischfressenden Pflanze zum Opfer, nachdem sie sich zuvor eines übermenschlich großen Insekts erwehrt hat, das von einem kostümierten Statisten auf Stelzen gespielt wird, und die Sängerin auf einem Blatt liegend mit Konfetti aus überdimensionierten Salz- und Pfefferstreuern „gewürzt“ wurde. Unterstützt wird Katy Perry bei ihrem Auftritt von einer achtköpfigen Band in einheitlichen Schwarz-Weiß-Klamotten, die schwer an die 80er Jahre erinnern und deren Motive dort gut und gerne von Keith Haring hätten entworfen werden können. Die Gruppe sorgt für den abwechslungsreichen Sound, der lupenreine Popsongs wie „Firework“ und „Roar“, aber auch dunklere Stücke wie „Tsunami“ umfasst.

„California Gurls“ kleidet Perry in ein funkiges Gewand. „E.T.“ kommt sehr rockig daher. Die Tänzer gesellen sich dort als Außerirdische zur Sängerin. Bei „Power“ fährt Perry auf einem kleinen Podest in die Höhe. Über eine rückwärtige Konstruktion wachsen der Sängerin bei diesem Stück, das sehr groovy aufgeführt wird, engelsgleiche Flügel. „Into Me You See“ ist eine gefühlvolle Ballade, „Part of Me“ das schräge Kontrastprogramm mit 8-Bit-Videospiel-Atmosphäre, bei dem Pac-Man und Tetris in extra grobkörniger Optik ihre Wiedergeburt auf der Leinwand feiern. Für „Swish, Swish“, das mit House- und Technorhythmen spielt, wird schließlich ein riesiger Basketballkorb in die Halle geschoben.

Zwischendurch sucht Katy Perry immer wieder den direkten Kontakt zu ihren Fans. Sie redet eben auch gerne. „Tschuldigung, dass ich so viel in Englisch quatsche“, sagt sie, als sie erklärt, wie wichtig ihr die Anhänger sind. „Es ist unglaublich, mit Euch aufgewachsen zu sein, Eure erste Liebe, den ersten Herzschmerz und Familiengründungen miterlebt zu haben. Ich bin stolz auf Euch, und da, wo ich her komme, sagt man: I love you! Ich habe immer an jeden von Euch geglaubt.“ In diesem Moment sind die Fans ihrem Star ganz nahe. Ein Zuhörer freut sich gar über ein Selfie. Er und alle anderen gehen mit knallbunten Erinnerungen heim.

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