Konferenz mit Visionen für die Kultur in Westfalen

HAMM ▪ Es ist was Feines, sich ein Utopia ausmalen zu dürfen. Wenn es um Kunst und Kultur geht, könnte einem so viel Schönes einfallen. Die Ideen kommen in den Ansichten der Teilnehmer der „Visionskonferenz“ der Kulturagenda Westfalen ziemlich bodenständig daher.

„Keiner fordert hier eine neue Ballettcompagnie oder Ähnliches“, spitzte Barbara Rüschhoff-Thale zu. Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) war mit den Ergebnissen der zweitägigen Konferenz im Hammer Maximilian-Park sehr zufrieden. „Die Teilnehmer legen ihr regionales Denken ab und denken zunehmend strukturell. Sie wissen, dass sie nur etwas erreichen können, indem sie sich vernetzen.“

Die Visionskonferenz war ein erster Schritt in Richtung Vernetzung. Der Prozess wird durch den LWL im Rahmen einer Kulturentwicklungsplanung seit 2011 koordiniert; seit Mai 2012 wird die Kulturplanung vorangetrieben. Träger der Aktionen sollen Vereine, Verbände sowie Künstler vor Ort sein. 170 Teilnehmer waren in Hamm dabei, rund 2 500 hatte der LWL angeschrieben. „Wir sind sehr zufrieden“, bilanzierte Rüschhoff-Thale dennoch. Es gehe darum, Ideen zu sammeln und Impulse zu setzen. In mehreren Handlungsfeldern wurden Projektideen erarbeitet, die nach und nach umgesetzt werden sollen.

Die übergreifende Utopie: NRW 2025, vorgestellt als Kulturland, in dem Musik und Kunst an Schulen ebenso selbstverständlich und wichtig sind wie Mathe und Deutsch. In dem Ehrenamtler vieles von dem auffangen, was durch Geldmangel und demografischen Wandel verloren geht. „Wir müssen uns angesichts dieser Herausforderungen etwas einfallen lassen“, sagt Yasmine Freigang. Sie ist Projektleiterin der LWL-Initiative „Kultur in Westfalen“. In Hamm leitete sie eine Gruppe, die Lobbyarbeit bei kommunalen Kulturpolitikern leisten soll. Sie sollen Argumentationshilfen bekommen. „Mitglieder eines Kulturausschusses sind engagierte Leute, denen aber oft die Zeit fehlt, umfangreich in jede Materie einzutauchen. Wir wollen ihnen zum Beispiel Auswertungen von Langzeitstudien zur Verfügung stellen, die ihnen helfen, in Haushaltsdebatten besser für die Kultur kämpfen zu können.“

Weitere Vorhaben gibt es etwa in den Bereichen Marketing und Finanzen. „Wir stellen Informationen bereit, helfen etwa, indem wir Ansprechpartner vermitteln. Die Initiative muss aber von den Menschen vor Ort kommen.“ Gestärkt werden sollen Ehrenamtler, etwa durch ein Informationssystem, das nach und nach aufgebaut werden soll.

2025: NRW als Kulturparadies? Die ersten Ergebnisse sollen 2013 bei der Westfälischen Kulturkonferenz präsentiert werden. ▪ ski

Wer sich engagieren will, kann sich beim LWL-Büro „Kultur in Westfalen“ melden:

Tel. 02 51/59 13 924

oder im Internet: www. kulturkontakt -westfalen.de

Quelle: wa.de

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