„Kleiner König Kalle Wirsch“ am Bochumer Schauspiel

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Der Zwergenkönig und seine Helfer: Szene aus „Kleiner König Kalle Wirsch“ mit Verena Schulze, Florian Lange und Daniel Stock ▪

Von Edda Breski ▪ BOCHUM–Stehen zwei Wichte voreinander und brüllen sich an: „Schrrrumpfe!“ Der Verlierer wird winzig klein, der Gewinner ist König aller Erdmännchen. Der Showdown im Reich der Wirsche, Wolde, Gilche, Trumpe und Murke stammt aus dem Kinderbuch „Kleiner König Kalle Wirsch“ von Tilde Michels, das auch durch eine Version der Augsburger Puppenkiste bekannt wurde. Das Schauspiel Bochum zeigt den Stoff in einer Bearbeitung von Olaf Kröck als vorweihnachtliches Märchenstück.

Regisseurin Katja Lauken liefert eine freche, temporeiche Version ab, die mit der Putzigkeit der Augsburger Puppenkiste nicht mehr viel zu tun hat und für Kinder und Erwachsene Unterhaltung bietet. Der bekannte Rahmen der Geschichte bleibt, die Bühnenversion ist allerdings gekürzt, so kommt zum Beispiel der Geschichtenerzähler Kohlen-Juke nicht vor.

Die Kinder Jenny und Max finden einen sprechenden Gartenzwerg, der sie auffordert, ihn zu zerschlagen. In der Zwergenhülle ist Kalle Wirsch eingesperrt, der von seinem Herausforderer Zoppo Trump verzaubert worden ist, damit er nicht rechtzeitig zum Königsduell auf die Erdmännchenburg kommt. Kalle und die Kinder treten die Reise ins Erdinnere an.

Dort lauern Gefahren wie die Echokugeln im Rubinberg, die die Wanderer in die Irre führen. Mit einfachen Mitteln entstehen lustige Effekte, zum Beispiel, wenn die Echokugeln versuchen, Max mit großen Lutschern vom rechten Weg abzubringen. Die Bühne (Kathrine von Hellermann) wird zum großen Spielplatz. Kalle Wirsch (Florian Lange) kann die Kinder aber wieder einsammeln. Der unwirsche Erdmännchenkönig im lila Anzug ist doch ein bisschen unsicherer, als er gern zugibt, da kommt ihm die Hilfe des forschen Max (Daniel Stock) und der aufmüpfigen Jenny (Verena Schulze) gerade recht.

Wenn man Zoppo Trump (Ismail Deniz) und seinem Diener, der feigen Ratte (Krunoslav Sebrek), zuschaut, kommt einem die Idee, dass Bösewichte mehr Spaß haben als die Guten. Die beiden turnen, schubsen sich, treten einander auf den Schwanz und machen vor Freude über ihre Ränke Luftsprünge.

Die Musiker Torsten Kindermann und Oliver Siegel, beide in einer Art Space-Cowboy-Anzug mit Riesenhaarkämmen auf dem Kopf (Kostüme: Maren Geers), spielen Rock ‘n‘ Roll für die Bösen und Jazziges für Tutulla, die Fledermaus, die Kalle Wirsch mit Gefahrenhinweisungen über den Schwarzen See und durch den Rubinberg hilft. Veronika Nickl steckt in einem Fledermauskleid mit gekonnten Gothic-Anspielungen und gibt mit Piepsstimme die ewig hungrige Erdbewohnerin, die ein bisschen in Kalle verliebt ist.

Mit ihrer Hilfe und Jennys Erfindergeist – ihr fällt ein, wie man den Drachen Murrumesch besiegen kann – kommt Kalle noch rechtzeitig zum High Noon in der Erdmännchenburg. Danach ist Zoppo Trump nur noch ein Püppchen, das Kalle boshafterweise fallen lässt.

25.11., 2.-7., 9.-12., 16.-20., 23., 25.12.

Tel. 0234 / 33 33 55 55, www. schauspielhausbochum.de

Quelle: wa.de

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