Klatsch und Tratsch im ZDF: „Königliche Affären!“

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Silvia, Carl Gustav und Victoria von Schweden (von links). Szene aus dem ZDF-Film. ▪

Von Elisabeth Elling ▪ Den Dienstagabend hält das ZDF in diesem Frühjahr für öffentlich-rechtlichen Klatsch und Tratsch frei.

Zwischen zwei Traumhochzeiten (kürzlich in Londen, demnächst in Monaco) mit den gebotenen Hofknicksen („Neuer Glanz für Land und Krone“) wird jetzt schmutzige Wäsche gewaschen: „Königliche Affären!“. Sogar ein empörtes Ausrufezeichen hat Prof. Dr. Guido Knopp als „Leiter des ZDF-Programmbereichs Zeitgeschichte und Zeitgeschehen“ der Reihe verpasst. Und er orakelt über die Tragweite der Peinlichkeiten, die in drei Mal 45 Minuten ausgebreitet werden: „Vor allem in Zeiten politischen Wandels und wirtschaftlicher Krisen verzeiht das Volk den Royals einen Fauxpas nur schwer.“

Puffbesuche, uneheliche Kinder eine Nazi-Uniform als Partykostüm – das ist der Stoff, aus dem Staatskrisen fabriziert werden. Es geht den britischen Prinzen Harry (14. Juni), den spanischen König Juan Carlos (31. Mai) und zum Auftakt heute um „Carl Gustaf und die Schweden“. Der Film von Julia Melchior und Sebastian Dehnhardt knüpft an die vorletzte Traumhochzeit an: Vor knapp einem Jahr heiratet Kronprinzessin Victoria, eine halbe Milliarde Menschen sieht angeblich zu. Fünf Monate später kommt ein Buch mit dem Titel „Der widerwillige Monarch“ heraus und breitet die Neigung des Regenten zu Rotlicht-Etablissements aus. Der Hof schweigt, doch so unbeirrt wie die Regenbogenblätter spekulieren die Autoren über die Auswirkungen der „vermeintlichen Enthüllungen“ auf das Familienleben der Bernadottes. Vor allem Prinzessin Madeleine sei „getroffen“. Denn der Vater habe sie kurz vor der Hochzeit der großen Schwester zur Trennung von ihrem Verlobten gedrängt, als dessen Seitensprung bekannt wurde. Dabei habe sie dem Treulosen eine zweite Chance geben wollen...

Das ist bares Yellow-Press-Gemunkel, allerdings eingerahmt von pseudo-seriösem Pomp. Zum Beispiel mit hintergründigen Analysen wie dieser: „Monarchiegegner stehen meist auf verlorenem Posten“, weiß Guido Knopp. „Volk und Krone stehen nach überstandenen Krisen oft noch enger zusammen.“

ZDF, 20.15 Uhr

Quelle: wa.de

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