Klassiksommer Hamm: Beermann schließt Beethoven-Zyklus

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Frank Beermann dirigiert in Hamm die Robert-Schumann-Philharmonie und den Chor des Städtischen Musikvereins beim Beethoven-Konzert. ▪

Von Edda Breski ▪ HAMMDas Hammer Beethoven-Projekt ist beendet: Mit der neunten Sinfonie hat der Zyklus beim Klassiksommer am Samstagabend seinen Höhepunkt erreicht. Dirigent Frank Beermann und die Robert-Schumann-Philharmonie aus Chemnitz haben seit dem 1. Juli alle Sinfonien Beethovens an vier Spielorten aufgeführt und damit reges Zuhörerinteresse geweckt. Die Alfred-Fischer-Halle, in der auch das Eröffnungskonzert mit der Fünften und Sechsten stattfand, war der Rahmen für das großformatige Konzert mit der berühmten „Ode an die Freude”.

Frank Beermann schlägt, wie in den meisten anderen Sinfonien, die er in Hamm dirigiert hat, rasche Tempi an. Der erste Satz besitzt eine hinreißende zuckende Energie, vor allem in den unterbrochenen und wieder aufgenommenen Steigerungen. Ein gigantisches Ringen wird angedeutet, ohne dass es sich Bahn bricht. Auf diesen gewittrigen ersten Satz folgt ein nicht weniger aufgeladenes Scherzo. Die erste Steigerung bereits wirft ein Schlaglicht auf den kommenden Ausbruch im vierten Satz. Beermann kontrolliert die Unruhe, das nervöse Aufzucken der Motive durch einen konsequent durchgehaltenen Puls. Ein paar wolkenlose Momente beschert der Mittelteil, der als idyllischer Bezugspunkt zum dritten Satz steht. Das Finale des zweiten Satzes ist doch etwas pastos musiziert, ähnlich wie streckenweise das folgende Adagio.

Der Beginn des Schlusssatzes ist, bei aller Monumentalität der Musik, fast sachlich, wieder bestimmt von rascher Phrasierung und durchgehend schnellem Tempo. Doch Beermann und sein engagiert spielendes Orchester laden die Musik sehr rasch wieder auf, und die Zuhörer in der Fischer-Halle erleben ein Finale am Siedepunkt.

Aus dem Solistenquartett – Bariton Oliver Zwarg, Altistin Tiina Penttinen von der Oper Chemnitz und Thomas Piffka – sticht vor allem die mit hoher Durchschlagskraft ausgestattete Sopranistin Julia Bauer hervor. Sehr gut schlägt sich der Chor des Städtischen Musikvereins aus Hamm, der verstärkt wird durch den Philharmonischen Chor aus Siegen sowie Sänger aus dem Ensemble der Aalto-Oper Essen.

Das Beethoven-Projekt endete am Sonntag mit einer Aufführung der zweiten und achten Sinfonie.

Quelle: wa.de

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