Die Kings of Leon in der Kölner Lanxess-Arena

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Überzeugt mit Understatement und der Hilfe der Fans: Sänger Caleb Followill von den Kings Of Leon in Köln.

Von Tim Griese Köln - Die Kings of Leon stehen für eine Mischung aus abgeschotteter Überheblichkeit und entspannter Coolness. Auf der einen Seite sichert eine Armada an Sicherheitsmitarbeitern die Bühne beim Konzert in der Lanxess-Arena ab. Andererseits atmet das Set mit der kompakten Bühne und den reduzierten Lichteffekten viel Club-Charakter.

Da spielt sich Gitarrist Matthew Followill mit Kippe durch „Back Down South“, steht Jared Followill mit irrem Blick unbewegt da, während er an den Saiten zupft, und zeigt sich Sänger Caleb Followill lächelnd Fan-nah, wenn er ein wenig schüchtern den Zuhörern für ihren Enthusiasmus dankt. Irgendwie passt das alles zusammen. Eine volle Hütte in Köln kann nicht irren.

Obwohl schon durch Followills nöligen Gesang mit hohem Wiedererkennungswert versehen, zeigt das Familienunternehmen, das neben dem Frontmann aus seinen Brüdern Nathan und Jared sowie Cousin Matthew Followill besteht, viele Facetten. In „Holy Roller Novocaine“ etwa nimmt das Quartett seine Fans mit Rockabilly-Einschlag auf eine Achterbahnfahrt durch die Arena. „Molly’s Chambers“ ist ein Schrammelangriff und erinnert an eine Schulkapelle. „Be Somebody“ präsentiert in den Strophen ein grummeliges Schlagzeug und dunkle Disharmonien, denen im Refrain ein hochmelodiöser Gesang gegenübersteht.

Erster Höhepunkt ist „Fans“, das der 31-jährige Sänger an der Akustikgitarre begleitet. Die gleiche Güteklasse liefert die Ballade „Pyro“ ab, die schwerfällig und mit ergreifendem Gesang beginnt, während im Hintergrund Leuchtraketen in Zeitlupe über die Leinwand segeln. Als der Song explodiert, sprühen auch im Hintergrund die Funken in allen Farbfacetten.

Das geheime Meisterwerk der Kapelle heißt allerdings „Knocked Up“. Der siebenminütige Song mit seiner reduzierten Strophe und den gewaltigen Ausbrüchen leitet eine bis in die Zugaben hineinreichende Folge der besten Kings-of-Leon-Stücke mit „Sex on Fire“, „Radioactive“ und „Use Somebody“ ein. Auch einen Vorgeschmack auf das dieses Jahr anstehende sechste Album, „Mechanical Bull“, liefern die Jungs aus Nashville ab. „It Don’t Matter“, eine schnelle Rocknummer mit Lust auf Riffs, ist der ideale Begleiter für die sommerliche Cabrio-Tour.

Diese allerdings funktioniert nur bei gutem Wetter. Unter der Hitze habe seine Stimme so gelitten, dass er zu „Milk“ alle Fans einlade, mitzusingen, erklärt Caleb Followill. Den Beginn gestaltet er bei wenigen Gitarrenklängen allein und bekommt kaum einen Ton heraus. Das klingt stark nach misshandeltem Hund. Wenn’s kurz darauf kracht, geht das glücklicherweise unter. Die Menge weiß den Einsatz des Frontmanns zu würdigen und unterstützt ihn eifrig.

Quelle: wa.de

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