Joscho Stephan & Olivier Holland: Gipsy meets Jazz

Von Ralf Stiftel ▪ Joscho Stephan & Olivier Holland: Gipsy meets Jazz (Acoustic Music/Rough Trade).

Der Mönchengladbacher Gitarrist Joscho Stephan gehört zu den führenden Vertretern des Gipsy Jazz, und er polarisiert durchaus, weil er sich nicht auf die traditionellen Muster dieser Musik beschränkt, wie sie Django Reinhardt zur Perfektion brachte. Stephan hingegen mag auch Rock und Pop und bringt auch auf dieser Platte eine Hommage an Santana unter, „Senor Carlos“. Für „Gipsy meets Jazz“ tat er sich mit dem Bassisten Olivier Holland zusammen und spielt wiederum eine Art Crossover-Gipsy, bei der moderne Jazztitel von Chick Corea („Spain“) und Charlie Parker („Donna Lee“) ebenso vorkommen wie Percussion. Ellingtons „Take The A Train“ beginnt in einem swingenden Drei-Viertel-Rhythmus und wechselt wunderbar flüssig in ein Vierer-Metrum während der Soli. Die bis an die Grenze zur Lethargie lässige Ballade „Sleepless“ verzichtet auf die übliche Rhythmus-Gitarre, und in „Spain“ flicht Stephan locker Flamenco-Motive und Oktavläufe ein. „Crazy Daisy“ fasziniert mit Unisono von Gitarre und E-Bass. „Gutted“ schließlich ist ein cooler Blues. Wirklich stören kann das nur bornierte Puristen. Tatsächlich ist die Erweiterung des musikalischen Terrains nur zu begrüßen, und es garantiert allemal gute Laune, einem so einfallsreichen und virtuosen Solisten wie Stephan zuzuhören.

Quelle: wa.de

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