Viertes Album kommt

Luxuslärm überzeugt den Musik-Giganten Universal

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ISERLOHN - Neue Single, neues Album und ein Plattenvertrag beim Musik-Giganten Universal – die Freude bei der Band Luxuslärm ist derzeit groß. „Alles was du willst“ heißt das vierte Album, mit dem die „Luxuslärmer“ die Charts stürmen wollen.

Lebensfroh, leidenschaftlich, laut: Luxuslärm. Die Musik der Band um die Sängerin Janine „Jini“ Meyer begeistert die Massen. Ohne eine Plattenfirma im Rücken schaffte die Gruppe den nationalen Durchbruch, enterte mit acht Singles die Charts und gewann den Radiopreis „1Live Krone“, wurde für den „Echo“ nominiert und machte den vierten Platz bei Stefan Raabs „Bundesvision-Songcontest“, verkaufte zudem bisher mehr als 200.000 Alben. Jetzt entschieden sich die Vollblutmusiker für einen Vertrag bei Universal Music. Über das Warum, die Zukunftspläne aber auch über die Trennung von drei Musikern sprach Redakteur Matthias Clever mit der gebürtigen Lüdenscheiderin Jini Meyer, die in Halver aufwuchs und die Schule besuchte.

Jini, du und die Jungs von Luxuslärm haben immer Plattenverträge abgelehnt. Stattdessen habt ihr euch selbst vermarktet. Wieso habt ihr jetzt doch einen Vertrag mit einer Plattenfirma abgeschlossen? 

Jini Meyer:  Wir haben sieben Jahre als Indie-Band alles alleine gemacht und gemanagt. Da stößt man aber schon irgendwann an seine Grenzen – auch an seine finanziellen Grenzen. Obwohl das so war, haben wir uns damals bewusst gegen einen Vertrag entschieden. Oft sind die Konditionen, die Labels ihren Bands anbieten, furchtbar. Wir sind aber keine Teenager mehr. Wir wollen uns nicht bevormunden lassen! Wir wollen unsere Entscheidungen selbst treffen.

Es ist sicher schwer, sich als Band durchzusetzen. Was ist bei Universal anders?

Jini Meyer:  Als wir gerade an unserem vierten Album mit dem Namen „Alles was du willst“ gearbeitet haben, hat Universal bei uns angerufen und uns ein Gespräch angeboten. Aus dem einen Gespräch wurden mehrere und letztlich haben wir einen Vertrag auf Augenhöhe geschlossen. Viele Punkte, die für Künstler problematisch sind – sind rausgestrichen worden. Bei Universal haben wir das Gefühl, zu einer Familie zu gehören. Bisher sind wir begeistert. Die Zusammenarbeit ist zwar noch ganz frisch, aber Universal hat schon viel Power eingesetzt. Statt kühler Typen sind da Menschen, die wirklich viel Herzblut in diese Band stecken. Die hängen sich voll rein. Beim Videodreh zu unserer ersten Single des Albums waren – statt wie bisher acht Leute – auf einmal 30 bis 40 am Set. Das sind schon andere Dimensionen und neue Chancen, die sich für uns ergeben.

Kannst du verraten, was die erste Single sein wird und worum es im Lied geht?

Jini Meyer:  Die erste Single heißt „Einmal im Leben“, die am 21. Februar als Single ausgekoppelt wird. Das war eigentlich sofort ein Favorit der gesamten Band. Darin geht es um die rastlose Suche nach dem einen, mit dem man sein Leben verbringen will. Es ist das Topf-Deckel-Prinzip, das nicht gerade einfach ist. Wahrscheinlich hat man nur einmal im Leben so ein Glück. Den Text dazu habe ich zusammen mit unserem Produzenten Götz geschrieben.

Hast du an jemanden speziellen beim Schreiben gedacht?

Jini Meyer:  Die Texte können, müssen aber nicht autobiografisch sein. Unsere Texte sollen für alle offen bleiben. So habe ich beim Schreiben des Liedes „Unsterblich“ an meinen Freund gedacht. Fans haben das Lied aber auf die Geburt ihres Kindes oder auch auf Gott bezogen. Ich finde es schön, wenn die Zuhörer sich selbst etwas dabei denken und mit ihrem eigenen Leben verbinden können.

Anfang März erscheint dann euer neues Album. Bleibt ihr eurem Stil treu? Was wird neu?

Jini Meyer:  Die Scheibe ist rockig, hymnisch, abwechslungsreich. Dieses Mal waren alle fünf Bandmitglieder am Schreibprozess beteiligt. Dadurch hat „Alles was du willst“ eine sehr persönliche Note. Dazu haben wir die Lieder zum ersten Mal live eingespielt. Wir haben alle gemeinsam eingespielt und das Album in den Wisseloord-Studios im holländischen Hilversum aufgenommen. Wir hatten acht Tage für 16 Stücke und haben alles geschafft, was wir schaffen wollten.

Das ist sportlich.

Jini Meyer:  Das kann man sagen. An einigen Tagen lief alles rund, an anderen haben wir uns an einem Lied die Zähne ausgebissen. Das war eine ganz neue Erfahrung für uns, weil alles hundertprozentig passen musste. 14 der 16 Lieder kommen nun auf das neue Album.

Gab es wieder Kooperationen mit anderen Künstlern?

Jini Meyer:

  Bei dem Album haben wir auf Kooperationen verzichtet. Aber wer weiß, vielleicht gibt es noch Songs, die sich für einen Gast anbieten, die wir dann später als Single zusammen einspielen.

Neues Label, neues Album, neue Internetseite – was erwartet die Fans von euch noch?

Jini Meyer:  Alles neu macht der Januar – das ist für uns eine spannende Zeit. Wir sind tierisch aufgeregt und freuen uns auf das, was kommt. Am 14. März beginnt unsere Deutschland-Tour im Süden – in Ulm. Darauf freuen wir uns riesig. Wir werden im Sommer viele Open-Airs in ganz Deutschland spielen und außerdem ist eine Herbsttour geplant. Es wird sicher auch viele Radio- oder TV-Shows geben, bei denen wir zu Besuch sein dürfen, und daher sind alle extrem aufgeregt.

Das neue Album

- „Alles was du willst“: Das neue Album von Luxuslärm erscheint bei Universal Music.

- Die CD ist ab dem 7. März erhältlich.

- „Auf ‚Alles was du willst‘ sind die Texte erwachsener geworden. Der Blick ist geschärft und der Erfahrungsschatz reicher geworden“, heißt es von Seiten des Labels Universal Music. „Wir freuen uns auf ein neues, facettenreiches Album und begrüßen Luxuslärm bei Universal Music.“

- Ob mit Balladen, der ungebremsten Leidenschaft für rockige Töne oder der Stimmgewalt von Frontfrau Jini, Luxuslärm versteht es die Musiker, Songs in Ohrwurmqualität zu produzieren.

- Luxuslärm das sind Sängerin, Komponistin und Texterin Janine „Jini“ Meyer, Gitarrist Freddy Hau, Bassist David Müller, Schlagzeuger und Gründungsmitglied Jan Zimmer und Keyboarder Christian Besch.

- Das Quintett Luxuslärm veröffentlichte bisher drei Alben.

- Das sind: „1000 km bis zum Meer“ (2008), „So laut ich kann„ (2010) und „Carousel“ im Jahr 2011.

Wann spielt ihr wieder in der Heimat?

Jini Meyer: In der Nähe sind wir am Samstag, 29. März. An dem Abend spielen wir in Bochum im Ruhrkongress, am 3. April sind wir in Köln in der Essigfabrik und am 16. Mai in Attendorn. Ein richtiges Heimspiel haben wir am 30. August im Sauerlandpark Hemer. Dort treten wir wieder mit befreundeten Musikern auf. Darauf freuen wir uns besonders. Das ist für uns immer ein Jahres-Highlight. Einen Musiker kann ich schon verraten: Thomas Godoj wird mit uns spielen. Damit wollen wir Danke sagen, dass er uns damals bei seinem großen Erfolg die Chance als Vorband gegeben hat.

Im Märkischen Kreis seid ihr bekannt wie bunte Hunde, auch bundesweit steigt der Bekanntheitsgrad. Wie ist das für euch? Ist das eine Schattenseite des Erfolges?

Jini Meyer:

Viele grüßen mich auf der Straße, aber die Leute sind nie aufdringlich. Eine Schattenseite ist, dass die Zeit für Familie und Freunde leider nicht mehr so da ist wie früher. Freunde aus der alten Heimat Lüdenscheid und Halver sehe ich leider selten. Sich einen halben Tag Zeit nehmen ist leider nicht oft drin. Ich bin aber froh, dass ich so liebe und tolle Freunde habe, die mir auch mal verzeihen, wenn ich mich einen Monat nicht melden konnte. Dann knüpft man dort wieder an, wo man stehengeblieben ist. Die Zeit mit Familie und Freunden ist Luxus, diese Momente koste ich voll aus.

Neben Luxuslärm betreibt ihr inzwischen zwei Musikschulen. Wollt ihr das dauerhaft leisten?

Jini Meyer:  Die Musikschulen in Iserlohn-Hennen und Letmathe sind unsere Babys und die geben wir nicht einfach ab. Die Zeit, in der ich unterrichte, genieße ich total. Es erdet mich sehr, wenn wir vor tausenden Menschen gespielt haben und dann wieder Schüler unterrichten können. Derzeit bin ich 3,5 Tage pro Woche in der Musikschule. Vielleicht würde ich diese Zeit irgendwann mal reduzieren, aber aufgeben? Niemals!

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Jini Meyer:  

Auch wenn es kitschig klingt, hoffe ich, dass wir auch in fünf Jahren mit noch genau so viel Leidenschaft Musik machen und als Band immer zusammenstehen und gesund bleiben. Alles andere kommt oder es kommt eben nicht.

Noch einen Blick zurück: 2011 gab es große personelle Veränderungen bei euch. David, Eugen und Henrik haben Luxuslärm verlassen. Du und Jan, ihr habt weitergemacht – wie war die Zeit für euch und wie habt ihr Ersatz gefunden?

Jini Meyer:

Das war für Jan und mich ein herber Rückschlag, als die Jungs gesagt haben, dass sie gehen wollen und dem Musikbuisness den Rücken zukehren wollen. Wir dachten uns: Wie können die drei das jetzt an diesem Punkt, an dem es gerade erfolgreich wurde, fallen lassen? Damals war ich ziemlich down. Aber in allem Schlechten ist auch etwas Gutes. Wir haben tolle Menschen gefunden und wir harmonieren alle fünf perfekt miteinander. Bei Luxuslärm geht es nicht nur um gute Musik, sondern natürlich auch um das Zwischenmenschliche. Und so, wie es jetzt ist, sollte es immer sein. Da bin ich mir sicher!

Quelle: wa.de

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