James Blunt stellt Album „Some Kind Of Trouble“vor

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James Blunt bleibt auf dem neuen Album „Some Kind Of Trouble“ seinem Erfolgsrezept treu. ▪

Von Frank Osiewacz ▪ BERLIN–Drei Jahre Pause hat sich James Blunt seit seinem letzten Album gegönnt. Jetzt ist er mit „Some Kind Of Trouble“ (Warner) wieder da. Und obwohl er selbst betont, es habe eine Art Neuerfindung stattgefunden, bleibt der sanfte Brite doch sich selbst treu. Noch immer ist er der Schmusekater unter den Songwritern, der Schwerenöter, der Frauenschwarm und der Typ „perfekter Schwiegersohn“. Der Wandel vom Melancholiker zum Freudentänzer, wie ihn Blunt in Interviews nach außen kehrt, ist am Ende wohl doch nicht so leicht.

18 Millionen verkaufte Alben von „Back To Bedlam“ und „All The Lost Souls“, Platz eins in zusammen 18 Ländern und Doppelplatin für „All The Lost Souls“ in Deutschland: Blunt trug einiges auf seinen Schultern, als er zum großen Teil in London sein drittes Album aufnahm. „Wir hatten ein Gefühl von Energie und freudiger Erregung, einfach Spaß im Studio zu haben und ein bisschen Lärm zu machen. Es fühlte sich vollkommen natürlich und richtig an“, sagt Blunt, der als Kind eine Zeit lang in der Nähe von Soest lebte, rückblickend.

Nun, Lärm hört sich anders an. Lediglich „Turn Me On“, das deutlich abgekoppelt vom Restprogramm der weiteren elf Songs steht, klingt so, als hätten Blunt und seine Mitmusiker statt Weichspüler auf Schleudern gestellt und es tatsächlich mal auf vollen Touren laufen lassen. Blunt hat sich ansonsten ein neues Image gegeben: neuer Schriftzug, Rückbesinnung auf Freiheit, Aufregung und Naivität, Spaß. Aber machen wir uns nichts vor: Der 36-Jährige gehört längst zum Establishment, hat seine feste Rolle und erfüllt diese perfekter denn je.

Zwar gab es einige kosmetische Eingriffe auf Produktionsseite, doch Blunt bleibt eigentlich Blunt. Mancher mag ihn sich vielleicht sogar am liebsten akustisch wünschen, um seine zweifellos schönen, berührenden Songs „pur“ zu erleben. „Some Kind Of Trouble“ wirkt aufgeblasen, glatt poliert zum perfekten Hochglanzalbum. Ein Album ohne Ecken und Kanten, mit Instrumenten, die stellenweise so perfekt synthetisch klingen, als wären sie komplett programmiert.

Natürlich hat James Blunt damit Erfolg. Und es gibt durchaus Schlimmeres. Die Single „Stay The Night“ platzierte sich als einer der wirklich beschwingten Songs sofort in den Top 5 Charts und auch das Album wird an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Auf der Suche nach Berührungspunkten mit „Back To Bedlam“ und „All The Lost Souls“ nennt Blunt selbst „No Tears“ als ein Kernstück des neuen Albums. Stimmt, da ist er wieder: der nachdenkliche Junge, mit einer gefühlsbelasteten, vielsagenden Ballade. Es gehe darum, „eine Bilanz des Lebens zu ziehen“, sagt Blunt selbst zu dem Song.

Als Inspirationsquelle für „Some Kind of Trouble“ hat Blunt die 80er Jahre ausgemacht. „Das Album fängt ein bisschen die Stimmung der frühen Achtziger ein“, so der Songwriter. „Damals herrschte Aufbruchstimmung in der westlichen Welt – alles schien möglich. Das war derselbe Optimismus, den wir auch als Teenager empfanden.“ Man bedenke: Ganz schön frühreif und reflektiert, für jemanden, der 1990 gerade 16 Jahre alt war. Andere sehen gerade die frühen 80er ganz anders. Aber vielleicht sind sie ja doch gar nicht so schlecht gewesen, wenn sie zu solch schönen, massenkompatiblen Sounds beflügeln.

29.3., Oberhausen; 30.3., Köln

Die Erwartungen an James Blunt, dem 2005 mit der Single „You‘re Beautiful“ der Durchbruch gelang, sind hoch. Fünf Grammy-Nominierungen, zwei Echos und zwei World Music Awards lautet seine Bilanz. „Meine Plattenfirma wird sich sicher ein weiteres Top-Album wünschen“, sagt er grinsend und versucht gleichzeitig klarzustellen: Er mache Musik lediglich aus Leidenschaft.

Quelle: wa.de

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