10 Jahre Lichtkunst in Unna: Zentrum für Internationale Lichtkunst zeigt „Licht Linien (un)wirklich“

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Li Huis Laser-Arbeit „V“ in Unna. ▪

Von Achim Lettmann ▪ UNNA–Dieses Rot ist magisch. Es strahlt, es ist punktgenau, es ist zerstreut. Aber vor allem hat es ein Volumen, eine Kraft, als ob man darin verschwinden könnte. Wer die dunklen Räume des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna kennt, weiß, wie sphärisch Lichtkunst sein kann. Diese neue Dimension der Empfindung lässt sich in Unna seit zehn Jahren erleben. Nun feiert das Haus seinen 10. Geburtstag mit der Ausstellung „Licht Linien (un)wirklich“.

Wer in Unna James Turrells Rauminstallation „Floater 1999“ betreten und gespürt hat, kennt den Lichtzauber, der dazu führt, dass sich das eigene Körpergefühl ändert. Der Ort selbst wird „entmaterialisiert“, wird ein Platz ohne Ecken und Kanten. Auch die Arbeit von Li Hui schafft eine andere Raumwahrnehmung, wenn man vor dem Spiegel steht, der feine rote Laserstrahlen in eine Raumecke des Kellergewölbes lenkt. Der Weg des Laserlichts gibt dem Werk seinen Titel: „V“. Mit Nebelschwaden wird das Rot auch im Raum sichbar und mischt seine Linienstruktur mit dem wolkigen Weiß aus der Düse. Dabei werden changierende Bilder in Rottönen geschaffen, die an Farbmalerei erinnern. In der chinesischen Kultur steht Rot für Glück. Die Installation von Li Hui erstaunt und macht ein bisschen glücklich.

Mit der Ausstellung „Licht Linien (un)wirklich“ konzentriert sich das Zentrum für Lichtkunst erstmals auf Laser. Direktor John Jaspers, der seit September 2011 das Haus führt, zeigt Positionen aus Japan, USA, China, den Niederlanden und Deutschland. Wie Ernesto Klar (USA) mit kleinste Erdkrumen Töne erzeugt und grafische Linien sichtbar macht, ist erstaunlich. Der Lichtkünstler hat ein Computerprogramm entwickelt, das jeder Besucher in Gang setzen kann. Man nehme ein wenig Erde und puste sie auf eine kleine Kamera, schon werden die Bewegungen der Partikel zu einer zeichnerischen Momentaufnahme projiziert. Gleichzeitig sind Töne zu hören. Ein kleiner Ventilator sorgt dafür, dass mit Luft der Staub verwirbelt wird: „Convergenze Parallele“. Außerdem ist in Unna „Plane Scape“ von einem Künstlerkollektiv zu sehen, das Landschaften von der zweidimensionalen Bildebene in den Raum holen.

Dagegen lässt Stephan Reusse lässt die Bewegungen eines Tänzers der Pina Bausch Company mit einem Laserlicht zur Figurenminiatur werden. Und Li Hui thematisiert mit „Amber“ die menschliche Gier nach Technik. Der technoide Korpus hat die Form eines Rennwageny und besteht aus Acrylscheiden, die von bläulichem Licht illuminiert sind. Darin ist das Skelett eines Tieres zu sehen – aus Acryl gefräst.

Bis 7. April; di, mi, fr 14 – 17 Uhr, do bis 18.30 Uhr, sa, so 13 – 17 Uhr; Tel. 02303 / 103 770; http://www.lichtkunst-unna.de

Quelle: wa.de

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