Iron Maiden rocken in der Arena Oberhausen

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Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson in Oberhausen. ▪

Von Tim Griese ▪ OBERHAUSEN–In unbekannte Weiten und Orte, an denen zuvor kein Mensch gewesen ist, sind Iron Maiden mit ihrem aktuellen Album „The Final Frontier“ nicht vorgestoßen. Die Fans bekommen das Erwartete: Minnesang im Gitarrengewitter, Refrains zum Mitgrölen und reichlich Gelegenheit, die Metal-Mähne zu schütteln. Denn das, was die Band im Rahmen ihrer rund 100 Gigs zählenden und über zwei Jahre dauernden Welttournee in der Oberhausener Arena abfeuert, deutet auf einen ordentlichen Raketenantrieb im britischen Rock-‘n‘-Roll-Raumschiff hin.

Mit startbereiten Raketen und massiv wirkenden Aufbauten wirkt die Bühne wie die Requisite aus einem Science-Fiction-Film: eine Raumstation aus Pappmaschee und Plastik. Der Sternenhimmel sorgt für die entsprechende Orbit-Atmosphäre. Sänger Bruce Dickinson springt wie ein Gummiball umher, klettert immer wieder auf die Ebene über dem Schlagzeug, wirbelt mit dem Mikrofonständer umher und rennt Treppen auf und ab. „Psych Ward“ – psychiatrische Anstalt – steht passenderweise auf seinem Hemd.

Bandgründer und Bassist Steve Harris steht ihm in nichts nach. Er flitzt unentwegt von einem Ende der Bühne zum anderen, fletscht die Zähne, reckt den Finger ins Publikum. Gitarrist Janick Gers wirbelt sein Instrument wie einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüften, wirft es in die Luft und legt zwischendurch sein Bein auf den Verstärker, als wolle er sich ausgiebig dehnen. – Weit und breit kein Anzeichen von Müdigkeit nach über 35 Jahren Bandhistorie.

Irgendwann stampft Eddie, das rund vier Meter große skelettierte Maskottchen der Band, auf die Bühne und haut in die Saiten – eine liebgewonnene Tradition auf Iron-Maiden-Konzerten. Der hydraulisch gesteuerte Megaverschnitt des Monsters, der sich auch gut in der Geisterbahn eines Freizeitparks machen würde, kommt am Ende zum Vorschein, als das über zehn Meter hohe Ungetüm fingerklimpernd hinter den Bühnenaufbauten aus dem Nichts hochfährt und über allem thront.

Textsicher werden alle Songs der britischen Heavy-Metal-Band im ausverkauften Halbrund mitgesungen. Jeder einzelne wird frenetisch gefeiert. Man könnte meinen, jedes Lied wäre das Lieblingslied eines jeden. Besonders lautstark intonieren die Zuhörer den Refrain von „Fear  of the Dark“. Für Jubelstürme sorgt außerdem „The Trooper“ aus dem 1983er Album „Piece of Mind“ an, in dem es um eine Schlacht zwischen britischen und russischen Soldaten im 19. Jahrhundert geht. Dickinson schlüpft in eine rote Uniform und klettert, den Union Jack schwenkend, über die Bühnenaufbauten – ein weiteres bekanntes Bild auf Iron-Maiden-Konzerten.

„The Number of the Beast“, die erste Zugabe des Konzertes, ist ein weiterer Höhepunkt der Setliste, verleitet die Fans auf den Tribünen zu ausufernden Luftgitarren-Soli und bildet unter Fremden spontane Männergesangvereine. „Jeder, der Maiden hört, zählt zur Familie, auch Lady Gaga“, beschwört Frontmann Dickinson die Fangemeinde augenzwinkernd. „Egal, ob Christen, Juden, Muslime – sogar Jedi-Ritter.“ Womit es dann doch ganz weit in Galaxien hinausgeht, die noch niemand gesehen hat.

Quelle: wa.de

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