26.500 Fans bei Open Air

Iron Maiden inszenieren in Oberhausen Metal-Volksfest

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Beeindruckende Kulisse: Sänger Bruce Dickinson.

OBERHAUSEN - Zum Abschluss der Deutschland-Auftritte ihrer "Maiden England Tour 2013" hat die britische Heavy-Metal Band Iron Maiden in Oberhausen am Samstagabend vor 26.500 Fans ein standesgemäßes Open-Air-Feuerwerk abgebrannt.

Von Markus Hanneken

110 Minuten lang begeisterten die bekanntesten und erfolgreichsten Überlebenden der so genannten New Wave of British Heavy Metal (NWOBHM) der 80er-Jahre die riesige Menge außerhalb der Köpi-Arena mit einer gewohnt bild- und bewegungsstarken Show. Im Gepäck hatten sie den Großteil der Songs ihrer bei den Fans legendären "Maiden-England-Tour" von 1988, mit der die Briten schon seit einem Jahr um die Welt reisen.

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Iron Maiden rocken in der Arena Oberhausen (2011)

Wenn es hinsichtlich der Songauswahl (siehe unten) auch keinerlei Überraschungen gab, versetzten Sänger Bruce Dickinson und seine fünf Band-Kollegen die Fans doch in einen kollektiven Begeisterungstaumel. Denn keine Iron-Maiden-Setlist der Bandkarriere kann wohl eine ähnliche Dichte an Hits und Klassikern aufweisen. Und an Spielfreude vermögen es die Musiker, inzwischen alle in ihren 50ern, es noch mit vielen jungen Konkurrenten aufzunehmen.

Dazu kam, dass auch das tolle Sommerwetter die äußeren Umstände in Oberhausen zum Glück wett machen konnte. So hatten die meisten Fans das karge und staubige Parkplatz-Ambiente und die schlechte Logistik (zu viele Besucher, zu wenige Parkplätze, Nadelöhr-Zugang zum Gelände) nicht erst verdrängt, als der U.F.O.-Klassiker "Doctor Doctor" gegen 20.45 Uhr den Showbeginn des Headliners ankündigte.

Trotz Tageslicht begeisterte Fans: Blick auf die Bühne auf Parkplatz 9.

Vom ersten Knaller ("Moonchild") bis zum letzten ("Running Free") fraßen die nach offiziellen Angaben 26.500 Besucher ihren Helden aus der Hand. Bruce Dickinson überspielte seine üblichen Stimm-Probleme bei schwierigeren Songs nachhaltig mit Einsatz und Laufbereitschaft und feuerte die Menge ein ums andere Mal direkt an: "Scream for me, Oberhausen!" Dank des zwar dünnen, aber transparenten Sound bestens zu verstehen und dank zweier Leinwände auch für die breite Masse zu erkennen. Persönliche Ansprachen an die Fans waren darüber hinaus wie üblich nicht vorgesehen. Umso überraschender Dickinsons Nachfrage nach deren Herkunft: "Does anybody live in Oberhausen? Does anybody live in Düsseldorf? Does anybody live in Dortmund? Does anybody live in Hamm...?"

Selbst der späte Sonnenuntergang konnte die tolle und völlig friedliche Stimmung der Fans nicht trüben - denn erst der Zugabenblock brachte die spekakuläre Lichtshow und das omnipräsente Maskottchen Eddie in der Dunkelheit optisch angemessen zu Geltung. Egal, die zumeist männlichen Shirt- und Kuttenträger im mittleren Alter feierten die Band und sich selbst, wie es sich für ein Metal-Event wie dieses gehört: mit dem Mitsingen mindestens jedes Refrains und wiederholt einem Meer von hochgereckten Armen. Die Sehnsucht nach Bewährtem und Konstanten, nach Hits und Zusammenhalt war in jeder Minute und an jedem Platz am Samstagabend greifbar - es regelrechtes Heavy-Metal-Volksfest innerhalb und außerhalb des Spielplatzes. Es scheint, als seien Iron Maiden nie zuvor in ihrer Karriere angesagter gewesen.

 

Setlist:

Moonchild

Can I Play With Madness

The Prisoner

2 Minutes To Midnight

Afraid To Shoot Strangers

The Trooper

The Number Of The Beast

Phantom Of The Opera

Run To The Hills

Wasted Years

Seventh Son Of A Seventh Son

The Clairvoyant

Fear Of The Dark

Iron Maiden

Aces High

The Evil That Men Do

Running Free

Quelle: wa.de

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