Interview mit dem Sänger der kanadischen Band „Jonas and the Massive Attraction“

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Sind gern auf Tour: Jonas Tomalty (vorne) und seine Bandkollegen von „Jonas and the Massive Attraction“.

Knapp zwei Monate ist es her, dass die kanadische Band „Jonas and the Massive Attraction“ ihr zweites Album „Live Out Loud“ veröffentlicht hat, eine Mischung aus Rocksongs und schwungvollen Balladen. Eine gute Mischung, um beim Festival Hammer Summer vor der Pauluskirche zu begeistern. Carmen Möller-Sendler sprach mit Frontsänger Jonas Tomalty über das neue Album, Live-Auftritte und das deutsche Publikum.

Big Slice im Jahr 2010 war Ihr erstes Album, Live Out Loud ist jetzt das zweite. Warum haben Sie so lange dafür gebraucht?

Jonas Tomalty: Erst einmal waren wir ständig unterwegs. Allein in Deutschland ist das unsere sechste Tour. Und dann haben wir 2010 auch noch unsere eigene Produktionsgesellschaft gegründet, Big Slice Records. Damit bringen wir unsere eigenen CDs heraus und managen unsere Shows selbst. All das hat sehr viel Zeit und Energie gekostet, aber wir haben unterwegs an neuen Songs gearbeitet.

Mit Big Slice gehörten Sie 2011 zu den zehn „Most played artists“ in Kanada und kamen unter die Top 15 der Album Charts. Ist Live Out Loud eine Fortsetzung oder etwas ganz Neues?

Tomalty: Auf jeden Fall eine Weiterentwicklung. Wir wollen nie dasselbe Album, nie denselben Song zweimal machen. Es ist ein bisschen enttäuschend, wenn das passiert … wenn du auf die nächste Veröffentlichung deiner Lieblingsband wartest, und sie stecken wieder in den selben zwölf Songs fest. Wir begeben uns gern an kreative Orte, um neue Klänge und Inspirationen zu finden. Ganz sicher ist uns das mit Live Out Loud gelungen.

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben – eine Art kanadischen Rock?

Tomalty: Ich glaube nicht, dass wir einen speziell kanadischen Sound haben. Eher eine Mischung aus Big Guitar wie im Rock’n’ Roll und Stadion-Rock.Wir sind von ganz verschiedenen Musikrichtungen beeinflusst, viel Siebziger-Jahre-Rock, eine Menge Blues in den Wurzeln, dazu sehr moderner Alternative Rock – jeder von Sound Garden bis zu den Stone Temple Pilotes hat seine Spuren in unserer Musik hinterlassen. Sie wurde einmal passend als Roadhouse Rock beschrieben.

Was ist besser: Liveauftritt oder Studioarbeit?

Tomalty: Live zu spielen ist jedesmal etwas Besonderes: Die Performance, die Kommunikation innerhalb der Band, während wir auf der Bühne stehen und diese besondere Beziehung zum Publikum. Das bekommst du nirgendwo sonst, es ist auch ein Teil dessen, was unsere Band ausmacht. Klar, auch Studioarbeit ist eine wichtige Sache. Aber es ist sehr schwer, den Rausch einer Live-Performance zu übertreffen!

Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem kanadischen Publikum?

Tomalty: Eher Gemeinsamkeiten: Die Liebe zum Rock’n’ Roll, den Spaß an der Live-Show und den Respekt vor der Band. Ich freue mich schon darauf, in Hamm vor einer großen Menge zu spielen.

Sie waren mit Lenny Kravitz unterwegs, Sie sind ständig in Kanada auf Tour und lieben es in Europa aufzutreten. Was ist das Besondere an Deutschland?

Tomalty: Wir haben in Kanada eine bescheidene Bevölkerung, gerade mal 34 Millionen Menschen, die über diese riesige Masse Land verteilt leben. Es ist für uns normal, zweieinhalb Stunden zur nächsten Stadt zu fahren oder sechs zum nächsten Auftritt. Hier auf Tournee zu sein ist viel dichter und intensiver.

Beim Big Slice-Album hatten Sie prominente Produktionshilfe.

Tomalty: Ja, den AC/DC-Tontechniker Mike Fraser, er ist wirklich genial. Er kam gegen Ende des Prozesses dazu und half uns, den Sound vor allem der Radio-Singles erheblich zu verbessern. Beim neuen Album hatten wir Marti Fredriksen, der auch Co-Autor von Aerosmith war, mit im Team, und er hat einen tollen Job gemacht.

Den Titel „Breathing“ vom neuen Album haben Sie auch als zweisprachige Version herausgebracht.

Tomalty: Es ist unser erster erfolgreicher Versuch, einen zweisprachigen Song aufzunehmen und ins Radio zu bringen. Wir kommen aus Montreal, wo man englisch und französisch spricht, und aus Quebec, wo das Französische überwiegt. Meine Verlobte ist frankophon, das Leben, das mich umgibt, ist französisch; es war also sehr naheliegend, einen zweisprachigen Song aufzunehmen.

Jonas and the Massive Attraction, live beim Hammer Summer am 13.7.

Quelle: wa.de

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