„Ice Age 4 – Voll verschoben“ mit neuen Figuren

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Neues Abenteuer mit zusätzlichem Personal: Manni (von links), Diego, Sid, seine Oma und Shira in „Ice Age 4“ ▪

Von Katja Lenz ▪ Da sind sie wieder: Faultier Sid, Säbelzahntiger Diego und Mammut Manni. Inzwischen gehören auch Mammutmama Ellie und das gemeinsame Töchterchen Peaches zum „Ice-Age“-Ensemble, flankiert von den Opossums Crash und Eddie und Eichhörnchen Scrat.

Und noch die anderen, ungeheuer schrägen Eiszeit-Spezis, zum Beispiel Sids unappetitliche Oma, die plötzlich bei ihm abgeliefert wird. Langsam wird’s unübersichtlich. Für „Ice Age 4 – Voll verschoben“ wird das Film-Personal wieder aufgeteilt. Nager Scrat – natürlich hat er die allererste Szene – legt eine Eichel in den Schnee: Der Boden tut sich auf, Scrat stürzt bis zum Erdkern, wird ins All katapultiert und fällt runter auf ein schnödes Eisbrett. Die Kontinente brechen heraus und beginnen zu driften. Was für ein Auftakt! Zusehen ist der Film aber erst am Montag, 2. Juli.

Sid, Oma, Manni und Diego werden auf einer Eisscholle von den anderen getrennt. Sie dürfen ein spektakuläres Unwetter überleben und ein paar Sprüche kloppen, während Ellie auf der Flucht vor einem bröckelnden Felsmassiv die Mega-Mutti für ihr pubertierendes Mammutkind gibt: für alles Verständnis, stets einen schwergewichtigen Satz über Familie und Liebeskummer auf den Lippen („Peaches, das ist kein Weltuntergang.“).

Auch der vierte Teil ist ein guter Animationsfilm vom bewährten „Ice-Age“-Team: technisch überragend, mit seinen altbekannten Charakteren, die sich sogar weiterentwickelt haben. Aber das ganz große Ideenfeuerwerk ist wohl in den ersten drei Teilen draufgegangen. Die Handlung plätschert ein wenig dahin, auf einer Eisscholle im Ozean. Wen könnte man dort treffen?

Eine Horde Piraten auf einer anderen Eisscholle! (Die Fische mit den spitzen Zähnen waren ja schon in „Ice Age 2“ dabei.) Piratenanführer Utan, ein arroganter Affe mit Goldzahn, fuchtelt immerzu mit seinem gezackten Messerchen – was das jüngere Publikum im 3D-Film ein bisschen erschreckt – und will Manni immerzu ans Fell: „Jetzt bist du dran, Mammut!“ oder „Ich werde das Mammut vernichten und alles, was es liebt.“ So richtig geistreich ist das nicht, eher nervig, wegen der Wiederholungen.

Dann wird geknüppelt und gerauft, mehrere Eisschollen havarieren. „Ice Age 4“ zeigt mehr Action und noch mehr Familienbande. Diego darf der scharfen Säbelzahntigerin Shira aus Utans Crew hinterherrennen – die altersbedingte Kurzatmigkeit aus „Ice Age 3“ hat er offenbar endgültig überwunden. „Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist, ich kann nicht essen, nicht schlafen“, klagt er seinen Freunden. Manni schlussfolgert: „Das ist was mit L.“ Sid mutmaßt (natürlich!): „Lepra“ oder „Läuse“. Der eigentliche Star des Films ist jedoch die Oma. Sie ist verzottelt, ziemlich neben der Spur und ohne Gebiss, aber nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wenn die jetzt knutschen, kotze ich!“, sagt sie zu Diego und Shira. Der wortreiche Sid (gesprochen von Otto Waalkes) muss sich diesmal mit einer kleineren Rolle begnügen. Wahrscheinlich ist schon alles gesagt.

Die alte, verschworene Dreier-Clique mit Manni, Diego und Sid ist aufgeweicht. Jeder hat einen Anhang gefunden und Probleme, die eins nach dem anderen gelöst werden. Das ist nicht schlecht gemacht, zwischendurch sehr witzig, aber wenig überraschend. Doch gerade die haarsträubenden Wendungen haben ja bislang das Besondere an „Ice Age“ ausgemacht.

Auch „Ice Age 4 – Voll verschoben“ wird ein sicherer Erfolg: Manni, Sid und Diego sind und bleiben liebenswerte Kumpel in ihrer „Herde“ mit Familiensinn. Aber eigentlich ist der Film nur Mittelmaß. Man hätte nach dem dritten Teil aufhören können – also dann, wenn’s am schönsten ist.

Der Film

Solider Familienspaß, viel Action, aber nicht mehr so witzig.

Regie: Steve Martino, Mike Thurmeier

Stimmen: Otto Waalkes, Thomas Fritsch, Arne Elsholz, Annina Braunmüller

Dauer: 88 Minuten

Wertung: +++oo

Quelle: wa.de

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