Hörtest: „Mozart“ von Hélène Grimaud

Von ELISABETH ELLING ▪ Hélène Grimaud: Mozart (Deutsche Grammophon). Sooo langsam zu spielen, das sei eine spontane Eingebung gewesen, sagt Hélène Grimaud über den zweiten Satz von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert (KV 488).

Es erklingt auf ihrer ersten Mozart-Aufnahme. Mit dem Kammerochester des Bayerischen Rundfunks hat Grimaud außerdem das F-Dur-Konzert (KV 459) und eine Sopranarie (gesungen von Mojca Erdmann) eingespielt. Die französische Pianistin musiziert einfach wunderbar. Wie sie mit dem Orchester die Musik belebt, wird in den Randgeräuschen des Konzertmitschnitts spürbar. Diese britzelnde Atmosphäre macht auch das extreme Adagio plausibel, das in einer sterilen Studio-Aufnahme vermutlich bloß exaltiert klingen würde. Aber nicht diese Entschleunigung macht Grimauds Interpretation zweier nicht gerade selten gespielten Mozart-Werke zu etwas Besonderem. Es ist ihr intensives Klavierspiel, das noch in viruosesten Passagen ganz ausdrücklich jeden Ton vermitteln will. Grimauds Anschlag bündelt eine enorme Energie. Und so klingt ihr Mozart ausgelassen, auch wild, nicht wirklich galant und niemals niedlich.

Quelle: wa.de

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