Hörtest: Lykke Li – Wounded Rhymes

Von Frank Zöllner ▪ Lykke Li: Wounded Rhymes (Warner/Atlantic). Selten wurde in jüngster Zeit mit so lieblicher Stimme über Seelenpein und Weltschmerz gesungen wie hier von der 24-jährigen Schwedin.

Vor drei Jahren erschien ihr Debüt „Youth Novels“ – ein Energie geladenes und von kühlem Elektropop getragenes Album, bei dem es viel ums Tanzen ging. Seitdem ist viel passiert im Leben von Li. Sie wurde gefeierte Newcomerin, Werbeträgerin, war lange auf Tour – und spürte dabei eine große Leere und Überforderung. Dies thematisiert sie in den Songs: im ironischen „Youth Knows No Pain“ und in „Rich Kids Blues“. Dies ist die Ausgangslage für die schwermütige Grundhaltung auf „Wounded Rhymes“. Lis Stimme ist immer noch sanft, ihre Themen und die Musik dazu sind aber ernst geworden. Und die Schwedin trägt sie selbstbewusst vor, als Songwriterin in der Tradition von Leonard Cohen oder Neil Young. Sie zweifelt, leidet, hat ein gebrochenes Herz – das wird zu Klängen aus dem Computer, einer ruhigen Gitarre (etwa bei dem sehnsüchtigen „I Know Places“) und auch immer wieder den Klängen einer Handtrommel getragen. Und einmal bricht es aus ihr heraus. Die Single „Get Some“ ist ein aggressives und wütendes Statement, soulig und hart.

Quelle: wa.de

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