Hörtest: Harry Connick jr. – On Broadway

Von Ralf Stiftel ▪ Harry Connick jr.: On Broadway (Sony). In diesem Doppelpack von CD und DVD findet man das Beste auf dem Video-Silberling: Wenn Harry Connick jr. den großartigen Posaunisten Lucien Barbarin auf die Bühne bittet und das Publikum mit dem „St.

James Infirmary Blues“ endgültig in seine musikalische Heimat New Orleans entführt. Von da an hört und sieht man eine Vollgas-Show, bei der man sich ärgert, dass man sie verpasst hat, und freut, dass man das wenigstens in der Flimmerkiste sieht. Ausgerechnet im New-Orleans-Kapitel der Show ist die Audio-CD gekürzt. Connick hat ja schon 1977 als zehnjähriger Kinderstar seine erste Platte aufgenommen. Inzwischen ist er gereift zum souveränen Entertainer, der alles kann. Hier beginnt er im Sinatra-Fach, als Show-Crooner, der alte Musicaltitel swingt, dass es nur so kracht, von rührselig bis fetzig, mit Streichern und allem. Aber Vorsicht: Schon „Besame Mucho“ beginnt er am Piano als kantige Trio-Jazz-Nummer, ehe er spanisch zum Orchester schmalzt. Nach der Pause stellen sie ihm ein Barpiano hin und er haut erst mal solo in die Tasten. Dann gibt er Gas, singt, steppt und zeigt den Robbies dieser Welt, was Klasse ist und was Können. Wie Barbarin mit der Posaune die schöne Lady in Reihe eins anbalzt – großes Kino! Und wie Harry „How Come You Do Me Like You Do?“ klagt und der kahlköpfige Lucien dazu das kokette Vollweib mimt. Das darf man nicht verpassen. Am Ende machen sie ein Mardi-Gras -Ballett, während der kauzige Jerry Weldon sich am Saxophon die Seele aus dem Leib bläst. Der Saal tobt, und ein bisschen ist man dann doch dabei.

Quelle: wa.de

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