Hörtest: Geisterbahn

Von Ralf Stiftel ▪ V. A.: Geisterbahn (steeplejack music/inakustik). Deutsche Volkslieder? Die gelten heute oft nur als uncool. Und nun kommt eine Handvoll Folkmusiker aus England, Irland, Schottland und trägt die alten Weisen vor.

Natürlich in deutscher Sprache, erstaunlich akzentfrei und voller Herz. Und die an Jigs und Reels geschulten Geigen, Recorder und Gitarren treffen nun den Klang von mittelalterlichen Barden und Zupfgeigenhansl. Wenn es mit rechten Dingen zuginge, wäre diese CD Pflichthörstück. Wie munter spielt der in Heidelberg lebende Tim Gray die Doppeldeutigkeit des „Panneflickers“, der der schönen Maid das Löchlein an der Pfanne stopfen soll. Mark Bennett, ein Ire aus Dortmund, findet für die Gefühligkeit von „Feinsein beinander bleibn“ einen unsentimental unterspielten Ton. Craig Herbertson, Schotte aus Witten, gibt den Barden bei „Tanz mir nicht mit meiner Jungfer Käthen“ und schickt am Ende die Hörer mit einem berührenden „Und jetzo kommt die Nacht herein“ zur Ruhe. Der Grundton ist eher getragen, noch ein paar schnelle Titel mehr hätten nicht geschadet.

Ein paar Titel wie „Hejo spann den Wagen an“ und der „Hamburger Veermaster“, der als schöner a-capella-Shanty den Abschluss bildet, sind bekannt, die meisten der 14 Titel aber haben wohl nur Spezialisten schon mal gehört.

So heben die Folksänger der Insel versunkene Schätze der deutschen Volkskultur.

Quelle: wa.de

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