Hörtest: Arctic Monkeys: Suck It And See

Von Frank Zöllner ▪ Erst Sturm und Drang, dann Stonerrock – und nun eine neue Lässigkeit. Auf ihrem vierten Album entfernt sich die Band aus Sheffield immer weiter von dem Klang ihrer ersten beiden Alben – es wird zur Melange von gebremstem Britpop und US-Westküsten-Attitüde.

Am besten auf den Punkt gebracht ist dies in „Library Pictures“. Das Album „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ war 2006 der Soundtrack der Adoleszenz, der Nachfolger fiel genauso wuchtig und rotzig aus – zudem war die Band um Alex Turner der erste musikalische Hype alleine aus dem Internet-Zeitalter. Dann folgte mit „Humbug“ eine Phase des Erwachsen-Werdens – und nun eine Art Zusammenschau: „Suck It And See“ enthält komplexere Melodien, die Gitarren sind reduziert, aber wuchtig eingesetzt. Die zwölf Stücke umfassen Stadionrock-Elemente wie in „Brick by brick“, die man so auch von Queens Of The Stone Age oder den Foo Fighters erwarten dürfte. Die Single „Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair“ ist dagegen ein cooler, zurückgenommer Stampfer. Einige Songs atmen auch erneut den Geist von Turners Nebenprojekt Last Shadow Puppets. „Reckless Serenade“ und „The Hellcat Spangled Shalalala“ sind inspiriert vom Beat der 60er Jahre und geeignet, alte Filme zu untermalen. Aus den jungen Wilden sind gereifte Mitt-Zwanziger geworden – die sich nun auch auf Nick Cave und Lou Reed beziehen. Der Albumtitel heißt übersetzt „Probieren geht über studieren“. Genauso wurde das Album in Los Angeles eingespielt – und das passt zur indifferenten musikalischen Ausrichtung. Nachzuhören am 22. Juni im Kölner E-Werk.

Quelle: wa.de

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