„Hellweg konkret“mit Lütkenhaus und Weber im Maximilianpark Hamm

Vielteilig und konzentriert: Eine Bodeninstallation von Erich Lütkenhaus ist in der Elektrozentrale des Hammer Maximilianparks zu sehen. Die Ausstellung „Hellweg konkret“ bietet ab Sonntag Werke von elf Künstlern. - Foto): Lettmann

HAMM - Der Maximilianpark in Hamm ist die dritte Station des Projekts „Hellweg konkret“. Im Mittelpunkt stehen diesmal Erich Lütkenhaus und Gerhard Weber, nachdem in Soest K.G. Schmidt und Gordon F. Turner sowie in Unna Carlernst Kürten besonders präsentiert wurden. Insgesamt sind rund 150 Arbeiten an zwei Orten auf und am Gelände der ehemaligen Zeche ausgestellt.

In der Elektrozentrale sollen Dreieck, Quadrat, Kreis, Punkt und Linie, die Elemente der Konkreten Kunst, nicht nur als reduzierte Grundformen des Gestaltens bestaunt werden, sondern zum Spielen und Agieren anhalten. In der hbk Galerie am Maxipark wird vor allem Gerhard Webers Werk vertieft, das Linolschnitte, Collagen, Papierarbeiten und Holzreliefs ab 1964 umfasst. Auch Webers letzte Arbeit von 2013 (zwölf Papiercollagen) ist in dem Schauraum des Hammer Künstlerbunds zu finden. Am Sonntag werden beide Ausstellungen eröffnet.

Die Kuratorinnen Sabine Krebber und Heide Drever sehen in der Formensprache der Konkreten Kunst eine Chance, immer wieder über die klaren Elemente in den Werken, Besucher anzusprechen, mit geometrischen Figuren zu spielen und zu experimentieren. Die Hammer Station bei „Hellweg konkret“ heißt denn auch „Konkret + Spielerisch“.

Insgesamt werden in der Elektrozentrale elf Künstler ausgestellt. Auf die weißen Arbeiten von Gerhard Weber (1925–2013) sollte man sich aber einlassen und etwas Zeit mitbringen, um die Variationen von Quadrat, Dreieck und Viereck auch als Volumenobjekt zu spüren. Weber setzt drei Dreiecke aus Vier-kant-Hölzern aneinander und verdreht die Konstruktionen zueinander. So ergibt sich eine autonome Plastik, die eine Vielzahl an Flächen und Räumen bündelt. Ganz in Weiß sind diese Werke (ohne Titel), zumeist von 1993, immer wieder als Varianten interessant, gerade wenn die Konstruktion aus Vierecken einen quadratischen Durchblick zulässt (oder verweigert). Die vollkommenen Formen Quadrat und Kreis haben Weber zwar beschäftigt, aber das mündete nicht in die verengte Ernsthaftigkeit, die viele Konzeptkünstler an den Tag legen. Fünf seiner Linolschnitte dienten als Vorlage für ein vergrößertes und materialisiertes Puzzle. Ein „Weber“ lässt sich nun in zehn Teilen zusammensetzen. Mitmachen ist gewünscht.

Erich Lütkenhaus (1924–2010) dominiert mit einer großen Bodenarbeit aus den 1980er Jahren im hinteren Teil der Elektrozentale. Zu dem korrodierten Quadrat sind rund 650 Holzkugeln in Kreisen gelegt. Lütkenhaus strebte in seinem Werk nach Reduktion („Erst in der Leere hat man die Fülle“). Eine Serie von Prägedrucken (2003) macht das anschaulich und beruhigt – in der hbk Galerie.

In der Elektrozentrale werden die Spielarten der Konkreten Kunst großzügig ausgebreitet. Ein vergrößerter Prägedruck von K. G. Schmidt ist in fünf Teile zerschnitten und in die hohe Halle gehängt. Kleinteiliger und nicht so verloren wirkt das Schachspiel (1990, Holz, Edelstahl) von Carlernst Kürten, das auf einen Sockel gestellt ist.

Neben den Konkreten aus der Hellweg-Region sind noch Arbeiten anderer Künstler zu sehen. Aus der Sammlung Schroth zählt beispielsweise Heinz Gappmayrs „ESPACE“ (1993, Aquatec Acryl auf Leinwand) dazu. Seine geometrischen Accessoires sind locker an den Rand der Bildfläche gereiht, so dass ein spöttisches Spiel um das leere Zentrum beginnen kann. Zu den zeitgenössischen Künstlern der Schau zählt Edgar Knoop. Seine Collage auf Papier (2008) ordnet schmale kantige Flächen im rechten Winkel zueinander, dabei führen sechs Farben ein visuelles Eigenleben oder sind es sieben? Eindrücklich sind auch Arbeiten von Hans Jörg Glattfelder, Axel Rohlfs, Renaud Jacquier Stajnowicz und Moon-Pil Shim.

Die Schau

Konkrete Kunst soll hier mal spielerisch wirken, abwechslungsreich ist sie auf jeden Fall.

Hellweg konkret: Konkret + Spielerisch im Maximilianpark Hamm und hbk Galerie am Maxipark. Eröffnung Sonntag, 11 Uhr; täglich 10 bis 18 Uhr; bis 26.9., Sonntägliche Matinées ab 23.8.

www.hellweg-konkret.de

Quelle: wa.de

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