Das Hammer Helios-Theater spricht mit dem Stück „Spuren“ jüngste Zuschauer an

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Eine Malfläche für elementares Theater: Szene aus „Spuren“ am Helios-Theater in Hamm.

Von Edda Breski HAMM - Die allerschönsten Spielzeuge sind meist die, die nichts oder nur wenig kosten. Was sich mit einem Hut voll Sand oder einer alten Zeitung alles anstellen lässt! Malen, wühlen, Körperumrisse nachzeichnen – alles Dinge, die Kinder im Spiel tun.

Am Helios-Theater hat Regisseurin Barbara Kölling aus diesen einfachen Betätigungen ein Theaterstück für Kinder ab zwei Jahren gemacht: „Spuren“. Die meisten Aufführungen in dieser Woche sind ausverkauft. Wer das Stück noch sehen und etwas über die Bedingungen erfahren will, unter denen Theater für so junges Publikum gemacht wird, hat am Donnerstag, ab 19 Uhr Gelegenheit, an dem Abend wird im Hammer Kulturbahnhof auch über „Theater als Erfahrungsraum“ diskutiert.

Die theoretische Unterfütterung ist den Machern des Helios-Theaters wichtig. Sie wollen die Generation an das Bühnengeschehen heranführen, die in 20, 30 Jahren Eintrittskarten für das Theater kaufen soll. Mit Stücken wie „Ha zwei Ooh“ und jetzt „Spuren“ wollen sie den Kleinsten die Magie der Bühne nahebringen. Das funktioniert auch bei „Spuren“. Michael Lurse und das neue Mitglied der Truppe, Marko Werner, holen die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter im Foyer ab. Berührungsängste bauen sie ab, indem sie mit Kreide die Umrisse von Händen und Füßen der Kinder abzeichnen. Papierschnitzel und Kreidekreise legen eine Spur in den Theatersaal, wo Lurse und Werner Fetzen und Sand verstreuen und damit Bilder erzeugen. Roman D. Metzner bedient Klavier und Becken und begleitet seine Kollegen mit lustig hüpfenden kleinen Motiven. Später werden per Tonband Kinderstimmen eingespielt, die ihre Namen nennen.

Mit einem Besen malen Lurse und Werner eine Riesenschnecke auf die Sandfläche und laufen die so entstandene Spur ab. Hüte liegen darin verstreut. Setzt einer von ihnen einen Hut auf, nimmt er eine andere Persönlichkeit an, er schleicht, rennt oder hüpft auf einem Bein. Hüte, daran erinnert Regisseurin Kölling, haben einen Charakter. Sie tragen die Spuren ihrer Träger und passen sich ihnen an. Und es ist ein schwer widerstehlicher Reiz, auch für Erwachsene, einen Hut einfach aufzuprobieren und zu schauen, ob er passt.

Zum Schluss werden die Kinder wieder eingebunden. Sie werden ebenfalls beim Namen gerufen und bekommen Kreide überreicht. Im Foyer sind Tischchen zu Malflächen aneinandergerückt, dort dürfen sie selbst probieren, was ihnen einfällt.

„Spuren“ ist eine Koproduktion des Helios-Theaters mit dem polnischen Teatr Atofri. Beim Kindertheater-Festival Hellwach vom 13. bis 19. Juni werden beide Versionen, die deutsche und die polnische in Hamm gespielt. Einen Unterschied macht das kaum: In den Theaterstücken für die Kleinsten wird wenig gesprochen, im Vordergrund steht das Spiel.

www.helios-theater.de

Quelle: wa.de

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