Ian Hamiltons Buch „Der Jünger von Las Vegas“

Von Ralf Stiftel

Ava Lee ist 1,62 m groß, wiegt 52 Kilogramm und arbeitet als Wirtschaftsprüferin für „Onkel“. Langweilig aber ist die Heldin der Krimi-Reihe von Ian Hamilton aber nicht. Die verlorenen Summen, die sie wiederbeschaffen muss, beginnen im siebenstelligen Bereich. Im aktuellen Fall, „Der Jünger von Las Vegas“, hat die philippinische Ordonez-Gruppe 50 Millionen Dollar verloren. Ava Lee soll sie zurückholen. Eigentlich ist sie Kanadierin, aber sie arbeitet global, forscht mal in Hongkong und Manila, fährt dann nach Las Vegas und weiter nach London.

Hamilton, geboren 1946 in Toronto und ursprünglich Journalist, recherchiert gründlich. Er beschreibt das Milieu der chinesischen Migranten ebenso stimmig wie globale Finanzstrukturen. Oder auch das Geschäftsmodell der indianischen Ureinwohner, deren Gebiete in den USA einer eigenen Gesetzgebung unterliegen, so dass zum Beispiel Glücksspiele erlaubt sind. Das Geld, stellt sich heraus, wurde verzockt beim Online-Poker, und der „Jünger“ hat seine Hände im Spiel. Ava gibt aber auch da nicht auf. Sie beherrscht Bak Mei, eine Art Super-Kung-Fu. Es gibt Action-Szenen im Roman, aber anderes nimmt mehr Raum ein. Zum Beispiel Verhöre mit einem Fleischermesser, bei denen sie fragt, ob ihr störrisches Gegenüber Rechts- oder Linkshänder sei. Am Ende aber hat sie es mit einem britischen Minister zu tun, bei dem Schläger nichts ausrichten.

Ian Hamilton: Der Jünger von Las Vegas. Deutsch von Simone Jakob. Verlag Kein & Aber, Zürich. 365 S., 19,90 Euro

Quelle: wa.de

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