Große Party mit Justin Timberlake beim Konzert in Köln

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Köln - Was liegt denn da auf der Bühne? Als einst gefeierter Teenie-Star und Mitglied der Boyband NSYNC weiß Justin Timberlake ganz genau, welches Kleidungsstück ihm da eben entgegen geworfen wurde. Er hebt es auf und zeigt es am Finger baumelnd der johlenden Menge in der Kölner Lanxess-Arena.

Ja, BHs flogen dem heute 37-Jährigen Sänger schon vor mehr als 20 Jahren zu. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Auch nicht beim ersten von zwei Konzerten in der Domstadt.

An beiden Abenden hat Justin Timberlake die Halle fest im Griff. Die Bühne schlängelt sich durch den ganzen Innenraum, und von allen Seiten drängen die Fans heran, um ihrem Star ganz nah zu sein, wenn er mit Band und Tänzern vorbei kommt. Eine Blondine reckt immer wieder ein Schild in die Höhe, auf dem in Großbuchstaben steht: „Mein Held seit 21 Jahren“. Andere filmen mit ihren Handys, was das Zeug hält, oder sorgen für massenhaft aufflackernde Blitzlichter, um sich eine fotografische Erinnerung von diesem Abend zu bewahren.

Justin Timberlake tänzelt durch Kölns Arena

Justin Timberlake ist ein unprätentiöser Kerl, er könnte der Nachbar von nebenan sein. T-Shirt, Trainingshose, Turnschuhe: Mehr braucht der Sänger nicht. Bei allem Erfolg, den er vor allem als Solokünstler einheimste, ist Timberlake auf dem Boden geblieben, Star-Allüren sind ihm fremd – und gerade das ist es, was seine Fans an ihm schätzen. Er klatscht mit ihnen ab, macht sogar Selfies während der Songs und betont auf Deutsch seine Zuneigung. Nur das mit dem Büstenhalter, das ist dem mittlerweile mit Schauspielerin Jessica Biel verheirateten Künstler und Vater eines Sohnes dann doch zumindest ein wenig peinlich. „Nipplegate“ war gestern. „Erkläre Deiner Mutter nachher, warum Du ohne BH nach Hause kommst. Und auch, dass ich nichts damit zu tun habe“, lacht er.

So ganz auf einen Musikstil hat sich Justin Timberlake nach seiner Boyband-Karriere nie festlegen wollen. Pop, R‘n‘B, Funk, Soul: Die Palette, von der sich der in Memphis geborene Sänger bedient, ist umfangreich. Und so mischen sich auch beim Konzert in Köln massive Disco-Beats mit energischen Hip-Hop-Rhythmen, spielen groovige Gitarren auf und schwirren Reggae-Vibes durch die Luft. Fünf Soloalben hat Justin Timberlake bislang veröffentlicht, sie alle waren weltweit enorm erfolgreich. Hits gibt‘s also in Mengen: die R‘n‘B-Nummer im Elektrogewand, „SexyBack“, „Cry Me a River“ mit qualvollem Gesang, inspiriert vom Beziehungsende mit Musikerkollegin Britney Spears vor über 15 Jahren, oder aber die Liebesballade „Mirrors“, bei der sich die Pärchen im Publikum schmachtend in den Armen liegen. Der Song klingt, gespielt von einer Band, viel druckvoller und besser als die künstliche Version auf Platte.

Justin Timberlake macht hin und wieder auch einen großen Schritt über sein sowieso schon breit gestecktes musikalisches Feld hinaus: Nachdem er sich einen Schnaps auf die Stadt Köln genehmigt hat, wird es mit „Drink You Away“ ungewohnt bluesig in der Arena. Beim kleinen Konzert im Konzert, das sich bei echtem offenen Lagerfeuer und Campingplatz-Atmosphäre auf die äußerste Plattform des Bühnengeschlängels verlagert, schlägt Timberlake im Holzfällerhemd lauschig-folkige Töne an, ehe sich seine Backgroundsänger und -sängerinnen nacheinander mit Songs von Fleetwood Mac, Lauryn Hill, den Beatles und John Denver stimmgewaltig durch die Musikgeschichte covern dürfen. Von der Decke hängen lange Stoffbahnen hinab, die als Leinwände fungieren und auch den etwas entfernter stehenden Fans hautnah zeigen, was gerade rund um die flackernden Flammen herum passiert.

Während Timberlake auf seinen Alben immer wieder Kollaborationen mit anderen Künstlern veröffentlicht, vertraut er live auf die „Tennessee Kids“, seine Band, bestehend aus mehr als einem Dutzend Musikern, Sängern und Tänzern. Sie versammeln sich bei nahezu jedem Song um den 37-Jährigen herum und machen jedes einzelne Stück zu einem echten ausgelassenen Happening. Das wird am Schluss auch der Gute-Laune-Song „Can‘t Stop the Feeling!“, mit dem Justin Timberlake 2016 beinahe den Oscar absahnte. Rund zwei Stunden sorgt der Sänger für einen nahezu pausenlosen Ritt durch sein abwechslungsreiches musikalisches Repertoire. Gewonnen hat er in Köln allemal - und zwar mit einem eindrucksvollen Auftritt und einer gehörigen Portion Sympathie.

Quelle: wa.de

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