Götz Alsmann präsentiert sich musikalisch „In Paris“

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Götz Alsmann bei der Vorstellung des „Paris“-Albums in Berlin.

Von Klaus Grimberg ▪ BERLIN–Klassische Schlager Frankreichs mit deutschen Texten – wer sollte das wagen, wenn nicht Götz Alsmann? Und wo hätte er diese musikalische Hommage aufnehmen sollen, wenn nicht in Paris?

Den erstaunten Blick seines französischen Tonmeisters im altehrwürdigen Studio Ferber in Paris wird Götz Alsmann so schnell nicht vergessen: Ob es nicht merkwürdig sei, Charles Trenets Klassiker „La mer“ in einer deutschen Version zu hören, hatte Alsmann ihn gefragt. Der Tonmeister antwortete bloß: „Aber jeder liebt doch dieses Lied“. Und meinte damit wohl: Ganz gleich in welcher Sprache. Dieses unbefangene Verhältnis zu ihren Schlagern liebt Alsmann an den Franzosen. Anders als in Deutschland, wo viele Musiker eine regelrechte Scheu hätten, sich in ihrer eigenen Sprache auszudrücken, käme in Frankreich keine Sängerin und kein Sänger auf die Idee, Texte in holperigem Englisch zu verstecken.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, dass der Liebhaber des pointierten Schlagers in den nahezu unerschöpflichen Reichtum französischer Melodien eintauchte. Seines Album „Götz Alsmann in Paris“ ist das Ergebnis dieses Tauchgangs: Fünfzehn mal mehr, mal weniger bekannte Chansons aus den 1930er bis 1950er Jahren – allesamt neu arrangiert und mit deutschem Text.

Wie einflussreich, wie gängig französische Lieder in Deutschland waren, sagt Alsmann, könne man daran ablesen, dass es für die meisten schon seit Jahrzehnten deutsche Übersetzungen gebe – wenngleich einige in Vergessenheit geraten seien. Nur bei vier Chansons habe er „selber zur Sache gehen müssen“, so bei Dalidas „Aime-moi“ („Liebe mich“) oder Serge Gainsbourgs „Cha-Cha-Cha du loup“ („Der Wolf tanzt Cha Cha Cha“).

Alsmann hat die einzelnen Titel in ein neues musikalisches Gewand gekleidet. Aus einer Ballade wird so eine flotte Jazz-Nummer oder andersrum, Alsmann und sein Ensemble probieren Bossa Nova oder Mambo, French Tango oder Rumba-Bolero an den Liedern aus – und es funktioniert. Klassiker von Charles Aznavour oder Yves Montand, Henri Salvador oder Gilbert Bécaud klingen angenehm anders. Überdies verleihen die deutschen Texte den raffinierten Arrangements eine ganz eigene Rhythmik. Das Entscheidende aber ist: Als Zuhörer spürt man den Respekt, den Alsmann und seine Musiker vor den Originalen haben. Allerdings erstarren sie nicht in Ehrfurcht, sondern sie putzen die Chansons auf ihre ganz eigene Weise heraus.

Die Band flaniert mit Esprit durch das französische Liedgut, mal verweilt sie, mal eilt sie – doch nie ist sie um eine Idee verlegen. „Jeder hat schöne Erinnerungen an Paris, man traut sich fast nicht, diese Lieder neu zu bearbeiten“, sagt Alsmann.

Dann aber hat er es doch getan, und wie immer ist er gut vorbereitet ins Studio gegangen. „Ich bin da ganz altmodisch: Am Anfang verteile ich jede Menge Noten, dann wird eine gute Woche geprobt, und erst dann ist es Zeit für die Aufnahmen“, erzählt Alsmann. Fünf Tage haben die Musiker schlussendlich im Studio verbracht – und von Paris dabei nicht viel mitbekommen. „Die Techniker vor Ort konnten es nicht fassen: Wir standen wirklich morgens um halb zehn vor der Tür – und waren dann erst mal eine Weile alleine.“

Das Album „Götz Alsmann: In Paris.“ erscheint am 21. Oktober. Dann startet die Tour „Paris!“ im Dortmunder Konzerthaus – allerdings sind beide Konzerte am 21. und 22. Oktober ausverkauft. Weitere Termine: 11.11. Iserlohn (Parktheater) 28.11. Köln (Philharmonie), 8./9.12. Düsseldorf (Savoy-Theater) 16. 12. Recklinghausen (Festspielhaus), 3.2.2012 Ibbenbüren (Bürgerhaus) 10.2. Bremen (Die Glocke), 16.2. Lippstadt (Stadttheater), 18.2. Wuppertal (Stadthalle) 16.3. Gelsenkirchen (Musiktheater), 17.3. Werl (Stadthalle), 16.4. Paderborn (Paderhalle)

Quelle: wa.de

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