Zum 75. Geburtstag des Künstlers Otmar Alt

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Ein Mann mit vielen Arbeitsfeldern: Der Hammer Künstler Otmar Alt wird heute 75 Jahre alt.

Von Gisbert Sander HAMM - Langweile? Ruhestand? Das sind Fremdworte für Otmar Alt: Der „Zeichensetzer“, der zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands gehört, vollendet am heutigen Freitag sein 75. Lebensjahr.

Die konturierten fabulösen Formen, die Otmar Alt mit meist leuchtend bunten Farben füllt, sind zu seinem Markenzeichen geworden -- als Pop-Art-Künstler wird er merwürdigerweise trotzdem selten bezeichnet. Als Maler hat er in renommierten deutschen Museen ausgestellt, seine Fabelwesen sind an vielen Stellen im öffentlichen Raum zu finden, als Gestalter hat er Spielzeug und Alltagsgegenstände wie Bobby-Car und Porzellan veredelt, und mit Bühnenbildern samt Kostümen („Die kleine Hexe“, „Der Geizige“, „Der Nussknacker“) kehrt er immer wieder zu seinen Wurzeln zurück.

Otmar Alt wurde 1940 in Wernigerode geboren und wuchs in West-Berlin auf. Nach einer Ausbildung zum Plakatmaler und Schaufenstergestalter studierte er Anfang der 1960er Jahre an der Berliner Hochschule für Bildende Künste – in einer Zeit, in der sich in der Berliner Szene viele Kreative tummelten, die künstlerisch die Weichen im Deutschland der 70er und 80er Jahre stellten. Nach Abschluss des Studiums 1966 arbeitete er als Bühnenbildassistent in Trier und Frankfurt.

Letztlich waren es schwere Schicksalsschläge, die Otmar Alts Weg nach Westfalen führten: Nach dem Tod seines Sohnes 1972 und vier Jahre später seiner ersten Ehefrau vermittelte ihm der Hammer Galerist Werner Kley ein Anwesen im Ortsteil Norddinker. Hier wurde 1996 die nach Otmar Alt benannte Stiftung eröffnet, die er 1991 gegründet hat. Entstanden ist ein opulenter Park, in dem Skulpturen von Alt und anderen Bildhauern zu sehen sind. Im Stiftungsgebäude werden junge Künstler halbjährlich zu Kreativ-Aufenthalten im Rahmen eines Stipendiums eingeladen.

Alts vielfältiges soziales Engagement brachte ihm zahlreiche Ehrungen ein: 1991 erhielt er den Kulturpreis Deutscher Freimaurer, 1994 wurde ihm der Titel „Bürger des Ruhrgebiets“ verliehen, 1998 das Bundesverdienstkreuz und 2005 sowohl der Steiger-Award als auch der Kulturpreis der Stadt Wernigerode.

Aktuell arbeitet Otmar Alt an einem großen Projekt: Er thematisiert die Reformation zum Jubiläumsjahr 2017: Ein auf 95 Exemplare -- entsprechend der Zahl der Thesen, die Martin Luther am 31. Oktober an die Tür der Schlosskirche Wittenberg genagelt hat -- limitiertes Mappenwerk ist dazu entstanden, eine Wanderausstellung ist bereits auf dem Weg und weist auf das Jubiläum hin.

Quelle: wa.de

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