The Gaslight Anthem feiern "The '59 Sound" bei Konzerten in Köln

Köln - Eigentlich hatten sich The Gaslight Anthem eine Auszeit genommen. Das war 2015 nach dem Ende ihrer Europa-Tournee. Die vier Bandmitglieder wollten sich anderen Projekten – auch außerhalb der Musik – widmen und sich erholen, die Batterien aufladen. Die Akkus sind jetzt wieder voll.

Es gibt zwar keine neue Platte, dafür aber einige Gigs anlässlich des zehnten „Geburtstags“ der Platte „The ‘59 Sound“. An zwei Tagen steht das Quartett auch im ausverkauften Kölner Palladium auf der Bühne.

Es werden lange Abende in der Domstadt: Gleich zwei Künstler sind als Anheizer dabei – wobei das Heißmachen, wie sich später herausstellen wird, ziemlich überflüssig ist. Nach Sänger Matthew Ryan, der noch in übersichtlich gefüllter Halle seine Folkpunk-Hymnen präsentiert, wird Dave Hause an seiner Gitarre schon fast gefeiert wie der eigentliche Hauptact. Überraschend textsicher singen die Zuhörer die Songs mit, was dem 40-Jährigen ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert und ein Vorgeschmack auf das ist, was da noch kommen wird.

The Gaslight Anthem spielen an zwei Tagen in Köln

The Gaslight Anthem

Matthew Ryan

Matthew Ryan

Matthew Ryan

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

Dave Hause

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

The Gaslight Anthem

Die Musik von The Gaslight Anthem zieht nicht mehr nur bärtige Kerle in Holzfällerhemden auf die Konzerte, die mit ausgestreckten Armen und in biergetränkter Euphorie die Songs mitgrölen. Sie gibt es immer noch, in Scharen sind sie ins Palladium gezogen. Daneben setzt sich das Publikum aber auch aus auffallend vielen weiblichen Fans und auch Zuhörern zusammen, die den Altersschnitt merklich anheben. Die Band um Frontmann Brian Fallon ist lange kein Geheimtipp mehr, seitdem sie zum Punk den Heartland-Rock hinzugesellt hat.

Dessen Inbegriff, Bruce Springsteen, und Brian Fallon – das passt, und zwar nicht nur, weil beide aus New Jersey stammen. Der 38-jährige Gaslight-Anthem-Sänger sei mit der Musik des „Boss“ aufgewachsen, berichtete er einmal, und er hat vieles davon in sich aufgesogen, was spätestens mit dem zweiten Album der Band, „The ‘59 Sound“, aus allen Rillen der Schallplatte auch nach außen dringt: Rock ‘n‘ Roll, der geradeaus über den Highway führt, auf Schlenker verzichtet und die Musik mit Americana-, Country- und Blues-Versatzstücken auf das Wesentliche amerikanischer Rockmusik reduziert.

Das kleine Jubiläum rund um das Album, das für Fallon einen besonderen Stellenwert in der Diskographie der Band einnimmt, feiert das Quartett mit der Veröffentlichung der „‘59 Sound Sessions“ mit Demos und Raritäten, mit einer Wiedervereinigung für die Tour und dort mit einer Setlist, die das Album in Gänze vorsieht. Jeder einzelne Song wird von den Fans frenetisch beklatscht und mitgesungen. Da hört man vor allem die Männer in den Holzfällerhemden. Und man hört, dass ihnen die Musik sehr viel bedeutet.

„Great Expectations“ und „The ‘59 Sound“ sind gleich zwei temporeiche und hoch melodiöse Brecher. „Film Noir“ donnert einen Stakkato-Rhythmus raus, der von einem harmonisch-eingängigem Refrain aufgefangen wird. „Miles Davis & The Cool“ nimmt mit flirrenden Gitarren das Tempo raus, während sich die Bühne in lilafarbenes Nachtclub-Licht hüllt. In „Even Cowgirls Get the Blues“ geht es um einen weiteren Vertreter des Heartland-Rock: „Ich liebe immer noch Tom-Petty-Songs“, singt Brian Fallon. Beim schunkeligen „Here‘s Looking at You, Kid“ singt er mit seiner rauen Stimme zu zupfenden Gitarren – ein Höhepunkt des Konzerts.

Neben den Songs von „The ‘59 Sound“ bekommen die Fans in Köln auch Lieder der anderen Alben zu hören, „45“ zum Beispiel, „1930“ oder aber „American Slang“, das besonders viel Bruce Springsteen in sich trägt und das die Band bei einem Konzert einst auch gemeinsam mit dem Sänger spielte. „Du hörst kleine Fetzen deiner Musik in anderen Songs, aber dann nehmen die Künstler diese Bruchstücke irgendwo anders hin mit. Das sind Orte, wohin du deine Stücke niemals gebracht hättest. Und das ist, worauf du hoffst“, lobte Springsteen die Band.

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