Frank Bloedhorn aus Hamm macht Trompeter-Karriere

HAMM – Wie erfolgreich die Städtische Musikschule arbeitet, belegen immer wieder die Ergebnisse bei „Jugend musiziert“ mit Weiterleitungen zu Landes- und Bundeswettbewerben. Wie nachhaltig die Ausbildung dort aber tatsächlich ist, belegen die Lebenswege zahlreicher ehemaliger Musikschüler, die teils international „Karriere“ gemacht haben. Einige von ihnen sollen im Rahmen der Serie „Aus der Musikschule in die Welt“ vorgestellt werden.

Frank Bloedhorn hat seinen Traumberuf gefunden: Als Trompeter an der Bayerischen Staatsoper kann er nahezu jeden Tag wunderbare Opern- und Ballettabende auf höchstem Niveau erleben. „Es ist immer wieder faszinierend, vor begeistertem Opernpublikum zu spielen – mit internationalen Sängern, Tänzern und Dirigenten zu arbeiten“, schwärmt der 45-Jährige, der in Pelkum aufgewachsen ist und sogar noch manchmal Zeit findet, seinen Vater im alten Zechenhaus zu besuchen.

Hier lernte er auch das Instrument kennen und lieben, das ihn sei Leben lang begleiten sollte: Pastor Schade war es, der ihm im Posaunenchor Pelkum das Trompetenspiel beibrachte. Erst mit 16 Jahren kam er zur Musikschule, „wo mir die richtigen und dann auch weit tragenden Impulse gegeben wurden“, erinnert sich Bloedhorn.

Zum einen dank Jochen Weigert, bei dem er Einzelunterricht hatte, und ein Praktiker war: Weigert sei damals am Theater Bielefeld als Trompeter engagiert gewesen und später an die Deutsche Oper gegangen. Und zum anderen dank Georg Turwitt: „An die Zeit mit ihm muss ich noch heute oft denken, denn meine Leidenschaft für die Musik in der Kammermusik hat er in mir geweckt.“

Auch bei den Konzertarbeitswochen in Oostmalle habe Turwitt es wunderbar verstanden, eine richtig tolle Blechbläsergruppe in der Musikschule zu entwickeln und zu gestalten. Bloedhorn: „Nicht ohne Grund zieht sich daher das Thema Kammermusik wie ein roter Faden durch mein musikalisches Leben.“

Dabei war das anfangs gar nicht besonders erfolgreich. Bei „Jugend musiziert“, so erinnert er sich, sei er in der Duo-Wertung „klanglos untergegangen“.

Bloedhorn, der sein Abitur auf dem Märkischen Gymnasium absolviert hat, war bereits ab 1982 Jungstudent an der Folkwang-Musikhochschule bei Professor Lodenkemper. Von 1984 bis 1990 schloss sich hier ein Musikstudium bei Rudolf Haase an; es folgten ein Aufbaustudium in Karlsruhe und 1993 das Studium der Barocktrompete bei Professor Edward Tarr in Basel.

Mit 25 Jahren – 1989 – erhielt Bloedhorn sein erstes Engagement am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, von 1989 bis 2000 war er Trompeter an der Oper in Frankfurt und seit 2001 eben im Bayerischen Staatsorchester. Als außergewöhnlich empfindet er es, dass er hier sechs Jahre lang Zubin Mehta als Opernchef erleben sowie auf vielen Tourneen in Europa und Japan begleiten durfte.

Damit nicht genug: Bloedhorn war es immer ein Anliegen, sein musikalisches Können auch theoretisch zu vermitteln. Schon 1998/99 hatte er einen Lehrauftrag an der Folkwang-Musikhochschule. Seit 2005 ist er Dozent für Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater München, zusätzlich seit 2009 Dozent für Orchesterstellen und Auftrittscoaching im Leopold-Mozart-Zentrum an der Universität Augsburg.

„Hier habe ich die Möglichkeit, mein Wissen und meine musikalische Erfahrung an junge Menschen weiter zu geben und zu versuchen, die Begeisterung für unseren Beruf zu entfachen. Es ist nämlich gar nicht so einfach, neben einer großen Konkurrenz aufstrebender Trompeter nach dem Studium eine Orchesterstelle zu bekommen oder überhaupt seinen Platz in der Musikwelt zu finden“, weiß Bloedhorn aus eigener Erfahrung.

Dass er sich seinerzeit trotzdem dazu entschlossen hat, diesen Beruf zu ergreifen, lag an dem Bedürfnis, sich mit seinem Instrument und seiner Musik ausdrücken zu wollen – ebenso wie der Wunsch, in einem großen Orchester zu spielen und auf vielen (Konzert-)Reisen andere Kulturen kennen zu lernen. Dass sich seine Träume erfüllt haben, belegen natürlich auch diverse CD-Aufnahmen – san

Quelle: wa.de

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