Foo Fighters trotzen der Hitze in Köln

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Verliert trotz Schweiß nicht die gute Laune: Dave Grohl und die Foo Fighters rocken in Köln.

Von Tim Griese ▪ KÖLN–Als Dave Grohl vor rund siebzehn Jahren die Foo Fighters gründete, war die Band bloß die neue Gruppe des Schlagzeugers von Nirvana. Bereits mit dem zweiten Album „The Colour and the Shape“ änderte sich das, viele Songs der Platte gelten heute als moderne Klassiker. Hits wie „Monkey Wrench“, „My Hero“ und „Everlong“ gehören natürlich auch zum Repertoire der US-Alternativ-Rocker in der ausverkauften Kölner Arena.

Hinzu kommen noch zwanzig weitere, zum Teil in verspielt abgewandelten Versionen vorgetragene Songs, verpackt in einen zweieinhalbstündigen Auftritt, der es in sich hat. Die Foo Fighters gönnen sich und den Fans keine Pause. „Wenn wir Festivals spielen, wird uns gesagt: Zwei Stunden und dann ist Ende“, sagt Grohl zu Beginn. Sie hätten aber so viele Songs dabei, ob die Zuhörer denn auch mit mehr als zwei Stunden einverstanden seien? Der Jubel ist selbstredend groß, und die Musiker lassen Taten folgen. Schlag auf Schlag reihen sie ihre kraftvollen Stücke aneinander. Schon beim Einstieg mit „Bridge Burning“, dem Opener des neuen Albums, verwandelt sich der Innenraum der Arena in eine wabernde Masse. Erst bei den Zugaben kündigt Dave Grohl an, es etwas abkühlen lassen zu wollen. „Ihr Leute mögt es wohl nicht, die Fenster zu öffnen“, witzelt er ob der drückenden Hitze in der Arena und stimmt solo „Wheels“ auf der Akustikgitarre an. Dieses Stück, so Grohl, sei nur in Deutschland beliebt, in Frankreich bräuchte man damit gar nicht anzukommen. In Köln sind sie begeistert, wiegen die Arme hin und her und singen mit. Es folgt mit „Times Like These“ eine der stärksten Nummern. Grohl lacht: „Den Song spielen wir aber überall.“

Der 42-jährige Frontmann der Foo Fighters ist omnipräsent. Als Soloprojekt ins Leben gerufen, ist das die Band im Grunde heute immer noch. Während sich die Mitmusiker mehr oder weniger dezent im Hintergrund halten und nur bei kurzen Soli und einem Gitarrenduell ihre Fingerfertigkeiten beweisen, ist Grohl rastlos auf der Bühne unterwegs, wirbelt seinen dunklen Schopf umher und treibt seine Späße mit der Tourcrew. Auch der lange Steg, der wie ein Catwalk von der Bühne bis ins hintere Drittel der Halle führt, wird von Grohl emsig beschritten. Das führt jedes Mal zu wahren Jubelstürmen. Ganz klar, die Leute sind seinetwegen da.

Die Show ist zurückhaltend, die Musik soll im Vordergrund stehen. Nur sechs mächtige Videoblöcke über den Köpfen der Band stellen sich immer wieder als visuelle Anziehungspunkte dar, wenn sie Videoausschnitte der Songs zeigen, das Bandlogo einblenden oder auch die Bilder einer Nachtsichtkamera übertragen, die die Bandmitglieder hinter der Bühne zeigen, wo sie vor den Zugaben Blödsinn treiben. Wie wichtig Grohl handgemachter Rock 'n' Roll ist, erklärt er den Zuhörern. „Wir sind schon lange eine Band und in dieser Zeit haben sich die Dinge verändert. Wir sind stolz darauf, als fünf Musiker mit fünf Instrumenten auf der Bühne zu stehen, und das alles ohne Computer“, sagt er. „Ich überprüfe zwar jeden Tag meine E-Mails, aber das Ding will ich nicht auf der Bühne sehen.“

Davon müssen die Foo Fighters die Zuhörer nicht überzeugen. Es scheint, als wollten Grohl und Gefolge sich beweisen. Ein wilder Ritt durch die Diskografie ist angesagt. Natürlich sind viele Songs aus der 2011er Platte „Wasting Light“ am Start, aber auch ältere Alben mit Songs wie „Best of You“ und „Long Road to Ruin“ werden nicht übergangen. Das Publikum honoriert das mit viel Beifall. Grohl bedankt sich mit Handküssen.

Quelle: wa.de

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