Die Foo Fighters lassen sich bei ihrem Kölner Konzert durch nichts aufhalten

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Auch im Sitzen, mit gebrochenem Bein, hat Dave Grohl das musikalische Geschehen bei Konzerten der Foo Fighters voll im Griff.

Köln - Der König hält Hof und die Fans huldigen ihm. Auf einem selbst entworfenem Thron sitzend bestritt Dave Grohl, der Frontmann der Foo Fighters, das Konzert in der mit 15 000 Zuschauern ausverkauften Lanxess-Arena in Köln und bot eine durch und durch mitreißende Rockshow.

Die pompöse Sitzgelegenheit, mit der Grohl auch immer wieder einen rund 20 Meter langen Steg zu seinem Publikum fuhr, war dabei kein reines Showelement, sondern hatte vor allem pragmatische Gründe. Denn im Juni hatte sich der Sänger und Gitarrist der amerikanischen Rockband bei einem Konzert in Göteborg durch einen Sturz das rechte Bein gebrochen. Um die unterbrochene Sonic-Highway-Tour fortsetzen zu können, hatte sich der 46-Jährige von einem Crew-Mitglied seinen „awesome throne“ bauen lassen. Die Skizze dazu zeigte er nicht ohne Stolz. Schon im Juli stand die Band in den USA wieder auf der Bühne. Den zweiten Teil der Europatour, die am vergangenen Dienstag in Cesena begann und auf der die Foo Fighters außer am Freitag in Köln auch am Sonntagabend in Berlin Station machten, nannten sie kurzerhand in „Broken-Leg“-Tour (gebrochenes Bein) um – inklusive Merchandising-T-Shirt natürlich.

Die beschränkte Bewegungsfreiheit hielt Grohl allerdings keineswegs davon ab, aus sich herauszugehen. Zwar entschuldigte er sich bei den Fans dafür, nicht wie sonst über die Bühne rennen zu können, dafür wippte das Energiebündel mit dem gesunden Fuß umso kräftiger im Takt und wand sich zudem in seinem Stuhl hin und her, wenn er nicht gerade in die Gitarrensaiten griff. Grohl hatte sichtlich Spaß auf seinem Thron. Die Beinschiene, dank der Grohl seinen Fuß hätte hochlegen können, kam dabei genau einmal zum Einsatz – in den zehn Sekunden nachdem zum Opener „Everlong“ der Vorhang gefallen war.

Die Foo Fighters spielten sich in Köln quer durch ihre über 20-jährige Karriere zurück. Den Anfang machten mit „Everlong“ mit „Monkey Wrench“ und „Learn to Fly“ drei Songs aus den 90er Jahren, ehe mit „Something from nothing“ der erste von zwei Titeln aus dem 2014er Album „Sonic Highway“ folgte. Bei „The Pretender“ hielt es Grohl zum ersten Mal nicht mehr auf seinem Sitz. Im Anschluss vor der Ballade „Big Me“ fuhr der König wieder nach vorne und hielt eine kleine Audienz mit seinem Volk ab. Es sei ja besser, abends eine schwitzige Rockshow zu besuchen, als im Fernsehen die Kardashians zu schauen, erklärte er, warum er trotz der Verletzung nach Köln gekommen sei. Die Zustimmung der enthusiastischen Fans war ihm gewiss.

Einen sakralen Touch bekam die Show bei dem Song „Congregation“, bei dem die großen Leinwände auf der Bühne, die meist die Bandmitglieder mehrfach überlebensgroß abbildeten, stilisierte Kirchenfenster zeigten. Als der Frontmann später seine Bandmitglieder vorstellte, hatte das etwas von einer Einbestellung der Minister. Chris Shiflett und Pat Smear an den Gitarren sowie Bassist Nate Mendel hielten sich ansonsten mit Showeinlagen zurück. Lediglich Schlagzeuger Taylor Hawkins trat als Sänger von „Cold day in the sun“ und des Pink-Floyd-Covers „In the flesh“ sowie bei einem Solo während der Ballade „Skin and bones“ aus Grohls Schatten.

Nach knapp zweieinhalb Stunden mit Liedern von allen acht Alben endete die Audienz der Foo Fighters in Köln mit dem Fans von den Fans lautstark gesungenem „Best of you“. Grohl ließ sich am Ende von seinem Thorn helfen und schritt mit seinem Spezialschuh den Steg ab. Zusammen mit seiner Band verneigte er sich vor den Zuschauern und posierte für Fotos. Ein volksnaher König.

Quelle: wa.de

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