Festival Area4 im Münsterland mit NOFX, Madsen und Dropkick Murphys

Grüne Frisur, gute Laune: Fat Mike, Sänger und Bassmann bei NOFX, unterhielt die Fans beim Festival Area4. ▪

LÜDINGHAUSEN - Auf dem münsterländischen Area4- Festival ist alles etwas kleiner: der Zeltplatz für die Besucher, das Festivalgelände und auch die Auswahl an Bands.

Obwohl die ganz großen Weltstars auf dem Flughafengelände Borkenberge fehlen, hat der dreitägige Musikmarathon qualitativ viel zu bieten, die Dudelsack-Haudegen Dropkick Murphys etwa oder auch die elektronischen Progressive-Rocker 30 Seconds to Mars.

Die Band um Sänger Jared Leto, im Hauptberuf Hollywood-Schauspieler, ist der Headliner am Freitag und fährt mit einer riesigen Videoleinwand, Stroboskop-Lichtshow und reichlich Bombast schwere Geschütze auf. Das vornehmlich weibliche Publikum in den ersten Reihen kreischt, Leto – zu später Stunde mit Sonnenbrille auf der Nase und Western-Poncho auf den Schultern – fordert die Massen unnachgiebig zum Hüpfen auf. Alleine der Funke will nicht überspringen.

Der hat das schon ein paar Stunden zuvor getan: Royal Republic aus Schweden sind so etwas wie der heimliche Höhepunkt am ersten Veranstaltungstag. Die Band aus Malmö um Frontmann Adam Grahn liefert in der Sonne eine Energie geladene Show ab. Zappelphilipp Grahn gibt den pausenlos quasselnden Entertainer, zieht Grimassen und schafft es, das Publikum mit „Underwear“ und „Tommy-Gun“ zum Tanzen zu animieren. Erstmals an diesem Tag werden Zugaben gefordert, die Band lässt sich nicht lange bitten.

Weitere starke Auftritte folgen an den drei Tagen, sowohl auf der Hauptbühne als auch im angrenzenden Zelt. Auffallend viele Indie- und Punkrockbands haben es ins Line-Up geschafft. Zu Vertretern der ersten Gruppe gehören unter anderem die Newcomer Young Rebel Set, White Lies und gewiss die ganz großen Könner ihres Fachs Jimmy Eat World. Die 1993 in Arizona gegründete Band um Sänger Jim Adkins, hat deshalb nicht verwunderlich auch ganz viele Fans im Gepäck. Textsicher sind sie auch. Nicht weniger vertraut mit den Songtexten sind die Anhänger von Madsen. Aus vollen Kehlen werden die Hits der Niedersachsen wie „Du schreibst Geschichte“ und „Verschwende dich nicht“ mitgesungen. Deutschsprachig bleibt es auch bei Thees Uhlmann & Band. Der Sänger der Hamburger Band Tomte wandelt zurzeit auf Solopfaden und schafft es, obwohl zeitgleich die Punker von NOFX auf der großen Bühne spielen, das Zelt bis zum Rand zu füllen.

Apropos NOFX: Die größten Entertainer-Qualitäten beweist das kalifornische Quartett, auch wenn es dabei politisch absolut unkorrekt zugeht. Sänger Fat Mike mit bewährter Struwwelpeter-Frisur – diesmal in Grün – stopft sich unentwegt Kartoffelchips in den Mund und zieht nicht weniger enthusiastisch an einem Strohhalm. Im Becher ist kein Hustensaft. Nach jedem Song werfen sich er und Gitarrist El Hefe Sprüche zu. Manch einem wird dabei sicherlich zu wenig Musik gespielt, wer die Comedy-Einlagen aber als Teil der Show annimmt, kommt auf seine Kosten. Und die großen Hits gibt es natürlich auch, erfreulicherweise viel Material von „Punk in Drublic“ und zum Abschluss die Hymne „Kill All the White Men“.

Den Punk leiten bereits die Husumer Jungs von Turbostaat ein, fortgeführt wird er von The Bouncing Souls mit ihrem etwas unbeteiligt, nichtsdestoweniger sympathisch wirkenden Frontmann Greg Attonito, und den großen Melodien von No Use for a Name.

Auch Bands mit anderen Stilen haben ihren Platz. Panteón Rococó aus Mexiko etwa, die mit fast einem Dutzend Musikern einen Mix aus Ska, Reggae und Salsa präsentieren. Oder die Alternative-Metaller Deftones, deren Sänger Chino Moreno nicht nur schreit, sondern auch mal kurz Katy Perrys „Firework“ aus der Schublade zaubert. Oder aber auch Deichkind. Die Hamburger Hip-Hop- und Electro-Band bilden Sonntagabend - nachdem das Festival wegen eines Unwetters beim Auftritt der britischen Band The Kooks unterbrochen wurde - den Abschluss und sorgen für eine gehörige Portion „Remmidemmi“.

Quelle: wa.de

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