Fast wie das Original: „Abba – The Show“ in Dortmund

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Agnetha und Anni-Frid in „Abba – The Show“. ▪

Von Andreas Sträter ▪ DORTMUND–Jedes Lied ist ein Hit, jeder Song eine große Nummer. Im opulenten Gewand einer großen Show hat das Ensemble von „Abba – The Show“ die erfolgreichste Popband in der Dortmunder Westfalenhalle wieder auf die Bühne gebracht. Mit perfekten Stimmen und der passenden Haarfarbe haben sich Katja Nord und Camilla Hedrén als Agnetha und Anni-Frid innerhalb von zwei Stunden durch die Pop-Geschichte gesungen. Die passende Musik dazu lieferte die schwedische Gruppe „Waterloo“, unterstützt vom National Symphony Orchestra Of London.

Die Show beginnt zu einer Zeit, als die vier Bandmitglieder noch nicht wissen, dass einmal ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen, das größte Pop-Phänomen aller Zeiten beschreiben wird. Zu „Ring, Ring“ schnippen Streicher und Saxofonisten im Takt, außerdem schwingen sie ihre Hände von links nach rechts. Dazu wird die Bühne blau anstrahlt. Das sieht aus, als hätten sich die Zuschauer in das Freizeitprogramm eines Kreuzfahrtschiffs verirrt. Fröhlich wippend säuseln die hübschen Schwedinnen „Fernando“ ins Mikro und entzücken das Publikum. Einige Gäste tragen pinkfarbene Cowboyhüte mit künstlich-weißem Hermelinplüsch – der ist perfekt für die nächste Karnevalsparty. Und auch der Dirigent der „Tribute-Show“ sieht ein bisschen aus, als hätte er sich als Kapitän eines schwedischen Luxusdampfers verkleidet. Die Sängerinnen spielen Rollen und hangeln sich chronologisch von Hit zu Hit. Wer eine Geschichte wie im Musical-Welterfolg „Mamma Mia“ erwartet, wird mit dieser puren, aber effektvollen Show enttäuscht. Das einzige dramaturgische Element ist die Zeitleiste.

Dann flüstern die beiden Abba-Schönheiten „Honey, Honey“ ins Mikro, dazu huschen kleine rote Herzchen über die vier schmalen LCD-Wände, die sich in den Hallenhimmel recken. Das Publikum singt mit, wippt mit – und einige stehen dazu sogar auf. Als Überraschungsgast kommt der Schwede Ulf Andersson auf die Bühne, der Saxofonist der Original-Band. Er liefert mit der Gruppe eine niedliche Show, die Sängerinnen flöten: „I Do, I Do, I Do“. Andersson ist auch der Mann fürs erste Intermezzo ohne Abba-Musik. Die Tänzer setzen sich wieder.

Nach 25 Minuten Pause beginnt ein Blitzlichtgewitter, pumpender Discosound geht über in den großen Gassenhauer „Mamma Mia“. Die Performance bleibt relativ kühl und sehr rein. Erst bei „SOS“ punktet das Abba-Ensemble mit einer Überraschung, denn der musikalische Hilfeschrei wird auf Schwedisch gesungen. Dann ertönt mit „Money, Money“ das Lied zur Wirtschaftskrise. Vielleicht ist der Song der heimliche Hit der Band. Geldnoten und Dollarsymbole hüpfen von Computerleinwand zu Computerleinwand. Die Sängerinnen tragen jetzt Seidentücher – und wollen so Reichtum demonstrieren.

Nach einer Pause schmettern die Frauen nur noch Riesenhits. „Take A Chance On Me“, „Voulez Vous“, „Dancing Queen“, „Gimme Gimme Gimme“ und „Super Trouper“ verwandeln die Westfalenhalle zu einem Discotempel vergangener Tage. Doch wie in der Abba-Biografie entstehen Spannungen zwischen den Bandmitgliedern. Vor dem Hintergrund der Scheidung ist etwa „The Winner Takes It All“ entstanden, das mit Gefühl und echten Momenten gezeigt wird. In den letzten Takten verlässt „Agnetha“ die Bühne. Sie kommt aber wieder, auch um sich zu bedanken: „Thank You For The Music“.

Quelle: wa.de

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