Erste Solo-CD von Tomte-Sänger Thees Ullmann

Von Frank Zöllner ▪ Thees Uhlmann: Thees Uhlmann (Grand Hotel van Cleef/Indigo). Auf den Spuren von Bruce Springsteen wandelt Tomte-Sänger Thees Uhlmann auf seinem ersten Solo-Album.

In der Betrachtungen seiner niedersächsischen Heimat rund um die Kleinstadt Hemmoor nahe Cuxhaven zieht er den Vergleich zum amerikanischen Heartland – dem provinziellen Herzland fern der Metropolen (so wie der „Boss“ Springsteen aus New Jersey stammt). Der 37-jährige Ullmann, in Hamburg Labelchef und in Berlin wohnend, zieht eine Bilanz seines Lebens und erinnert sich an Kindheit und Jugend auf dem Land. Es ist ein melancholisches Rockalbum mit einer gehörigen Portion Pathos, aber auch geerdeter Ironie. Die tolle Single als Eröffnungslied „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ handelt von der Rückkehr in die Heimat – und legt die Latte gleich hoch. Uhlmann hält das Niveau und erinnert sich an sein Aufwachsen zwischen „Torf und Grog“ im Lied mit dem merkwürdigen Namen „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“. Das beschreibt die geografische Lage von Hemmoor, wo es Restaurants ohne Gäste gibt. Von hier hat er die Erkenntnis: „Du kriegst die Leute aus dem Dorf, aber du kriegst das Dorf nicht aus den Leuten.“ Aber auch das Hier und Jetzt als großstädtisches Leben wird etwa in „17 Worte“ zwischen Kindererziehen, Briefe schreiben und der Unterstützung seines Lieblings-Fußballklubs erstaunlich unprätentiös auf den Punkt gebracht. Uhlmanns persönlichen Betrachtungen erinnern zudem vom Tonfall her an Sven Regener (Element Of Crime) oder auch Peter Hein (Fehlfarben) – das ist kein schlechter Referenzrahmen. Live zu erleben am 28. Oktober im Dortmunder FZW.

Quelle: wa.de

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