Eoin Colfers harter Thriller „Der Tod ist ein bleibender Schaden“

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Eoin Colfer

Von Ralf Stiftel ▪ Der irische Schriftsteller Eoin Colfer ist vor allem als Jugendbuchautor bekannt. Seine Romane um den Meisterdieb Artemis Fowl bedienen ein ähnliches Publikum wie die Harry-Potter-Reihe. Schon der Titel des Thrillers „Der Tod ist ein bleibender Schaden“ macht klar, dass erwachsene Leser gemeint sind. Seine eigenen Kinder sollen es erst lesen, wenn sie 16 Jahre alt sind. Mit guten Gründen: In dieser rabenschwarzen Geschichte fließt Blut in Strömen und gibt es freizügigen Sex.

Der Ich-Erzähler Dan McEvoy hat sich als irischer Soldat in der Friedenstruppe im Libanon ein Kriegstrauma zugezogen und einen Freund eingefangen, den Quacksalber Zeb Kronski. Nun arbeitet er in Cloisters, im Umland von New York, als Türsteher eines heruntergekommenen Nachtclubs mit Kasinobetrieb. Sein Leben könnte friedlich verlaufen, wären da nicht sein Haarausfall und seine gestörte Nachbarin, die vorzugsweise nachts schreit. In kürzester Zeit bekommt McEvoy richtigen Ärger, als ein lüsterner Anwalt an einer Bardame leckt und Dan eingreift. Wenig später ist Zeb verschwunden, und es gibt die ersten Toten.

Es ist schon bewundernswert, wie Colfer die Handlungsfäden um Korruption, Drogenschmuggel, mafiöse Strukturen führt, ohne sie zu verwirren. Noch mehr Spaß macht sein Held, der ein Verlierertyp ist, aber bemerkenswerte Qualitäten als Kämpfer und als Stratege entfaltet. Dass ihm bei seinem Psychologen Dr. Moriarty einfällt, das sei „knapp am Professor vorbei“, dass er mit Federico Fellini etwas anfangen kann, das verbirgt er unter der Maske des Schlägers, er „macht auf blöd“.

Dabei hat McEvoy ganz schön viel von der Welt verstanden. Über die Armee sagt er zum Beispiel: „Man lernt einen Haufen Schrott, den man nie wieder braucht, nur nicht das, was einem das Leben retten kann. Fünfundzwanzig Jahre lang schlage ich jetzt schon Leuten die Schädel ein, und nicht ein einziges Mal haben mir picobello polierte Schuhe oder ein einwandfrei aufgeräumter Spind was gebracht.“

Eoin Colfer: Der Tod ist ein bleibender Schaden. Deutsch von Conny Lösch. List Verlag, Berlin. 282 S., 14,90 Euro

Quelle: wa.de

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